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Wedel-Schulauer Tageblatt

06. Dezember 2016 | 21:48 Uhr

Nur 300 Flüchtlinge auch in Rissen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Bürgervertrag Ursprünglich waren Unterkünfte für 4000 Asylsuchende geplant / Brücke über die S-Bahn-Schienen notwendig

Die Initiatoren der Volksinitiative „Hamburg für gute Integration“ können bezüglich Flüchtlingsunterbringung in Rissen Erfolge für sich verbuchen. Eine deutliche Reduzierung der Flüchtlingszahlen von 4000 auf erst einmal 400, eine Brücke über die S-Bahn-Schienen bei Sieverstücken, die Erweiterung der Sporthalle auf dem Schulcampus sowie die Planungsbeteiligung des Stadtteilbeirats stehen auf der Positivseite des Bürgervertrags mit der Stadt Hamburg. Zugeständnisse machten die fünf Verhandlungsführer, einer von ihnen Klaus Schomacker von der Initiative Vorrang für Integration und Nachhaltigkeit (VIN) Rissen, bezüglich der Art der Unterbringung. Anfangs werde es nur eine Öffentlich-rechtliche Unterkunft (ÖrU) für Flüchtlinge geben, erklärt Schomacker. „Das hätte auf diesem Gelände nicht Not getan.“ Für den Flüchtlingsstandort Rissen im Dreieck Marschweg  /  Suurheid  /  Sieverstücken gab es einen Bebauungsplan. „Aber die Stadt hat darauf bestanden.“

ÖrUs sind Notunterkünfte. Expressbauten, die bei Bedarf ohne Baugenehmigung hochgezogen werden können. Da die vorgehaltenen Quadratmeter pro Person gering sind, ist die Dichte der Bewohner höher als in Geschossbauten mit Wohnungen für Flüchtlingsfamilien. ÖrUs werden vornehmlich als Erstaufnahmequartier genutzt. „Jeder, der dort lebt, möchte da raus“, so Schomackers Einschätzung. Ausgehandelt ist, dass die Notunterkünfte sukzessive reduziert und bis 2032 komplett in normalen Wohnraum überführt werden.

Neben den Notunterkünften sollen auf der stadteigenen Teilfläche des ehemaligen Schwesternwohnheims 143 Wohneinheiten entstehen. Von Anfang an sei auf dem gesamten Planungsgelände eine Durchmischung zwischen Flüchtlingen und „einheimischer“ Bevölkerung beabsichtigt. „Die Bebauung soll im bewährten Drittelmix von Sozialwohnungen und freifinanzierten Mietwohnungen  /  Eigentum am gesamten Standort Suurheid stattfinden“, schreibt die VIN auf ihrer Webseite, auf der der komplette Bürgervertrag zu finden ist. Zudem werde bis Ende 2019 die Belegung auf 300 Flüchtlinge reduziert.


Bürger aktiv einbinden


Initiator Schomacker erklärt das Datum für die endgültige Zahl: Wäre der gefürchtete Volksentscheid zum Thema Flüchtlinge positiv ausgegangen, hätte die politische Umsetzung auch bis zu diesem Zeitpunkt gedauert, lautete die Argumentation der Vertreter der Hansestadt.

Die Brücke über die Schienen, lange ein Streitpunkt in der verkehrlichen Erschließung des Baugebiets, „hat sich am Rande ergeben“, freut sich Schomacker. Der alte Bebauungsplan schreibt sie bei einer Zahl von 230 Wohneinheiten vor, erklärt der Initiator. Diese Anzahl wird in der neuen Planung überschritten. Das Sahnehäubchen sei für ihn die Sporthallenerweiterung. Vor vier Jahren zog auf dem Gelände des Gymnasiums die Stadtteilschule Rissen ein. Seitdem herrscht Raumnot beim Sport, die sich mit jedem weiteren Jahrgang verschärft. Außerdem haben die Verhandlungsführer erstritten, dass der Bedarf bei Kita sowie medizinischer Versorgung angepasst und das örtliche Polizeikommissariat personell aufgestockt wird. Um die Bürger aktiv einbinden zu können, wird ein Stadtteilbeirat gegründet, mit dem alle Maßnahmen abzustimmen sind. Er setzt sich aus Vertretern öffentlicher Institutionen, VIN-Mitgliedern, Rissener Runde, Bürgerverein, Sportverein sowie Kirche und Geflüchteten zusammen und begleitet gemeinsam mit dem Stadtteilmanagement die Integration.

 


>  www.vin-rissen.de

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