zur Navigation springen

Wedel-Schulauer Tageblatt

07. Dezember 2016 | 17:27 Uhr

„Politik transparent machen“ : Neue Wählergemeinschaft stellt sich der Öffentlichkeit vor

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Premiere in Haseldorf - die „Bürger für Haseldorf“, eine neue Wählergemeinschaft stellt sich der Öffentlichkeit vor. Bereits 30 Mitglieder.

Haseldorf | Mit einem derartigen Ansturm hatten die Organisatoren nicht gerechnet: Immer wieder mussten Helfer neue Stühle heranschleppen. Die Resonanz auf die erste öffentliche Informationsveranstaltung der neu gegründeten Wählergemeinschaft „Bürger für Haseldorf“ (BfH) war riesengroß: Etwa 125 Interessierte strömten am Freitagabend in das Café Deichhof. Und im Dorf kennt man sich, denn BfH-Vorsitzende Gisela Speer begrüßte am Eingang jeden Gast per Handschlag. „Ich bin sehr zufrieden und froh darüber, dass wir einen so großen Zuspruch haben“, freute sich Gisela Speer.

Sechs der sieben Gründungsmitglieder stellten sich den Besuchern vor und erläuterten ihre Motivation, sich politisch neu oder woanders zu engagieren. „Ich habe gemerkt, dass es in der Haseldorfer Politik nur noch um Parteiinteressen geht. Die Sache zählt nicht mehr“, sagte Frank Schoppa, stellvertretender BfH-Chef und nach 16 Jahren Mitgliedschaft aus der SPD ausgetreten. „Ich habe immer CDU gewählt, bis es losging mit dem Streit um das Amt Haseldorf“, bekannte Wilfried Kahnert. Als er 1979 nach Haseldorf zog, sei die Politik noch für den Bürger gemacht worden. „Das ist heute leider nicht mehr so.“

Den Bürger und das Dorf in den Mittelpunkt stellen, unabhängig, sachbezogen und bürgernah – dieses Ziel hat sich die Wählergemeinschaft auf ihre Fahnen geschrieben. „Die Politik muss transparent gemacht werden“, forderte Schoppa. Und vor allem: „Wir wollen mit den Nachbargemeinden gut zusammenarbeiten.“ Zudem sollten die Bürger sowie Vereine und Verbände in Entscheidungen einbezogen werden: „Offenheit und Öffentlichkeit ermöglichen Meinungsbildung und Mitbestimmung.“ Einsetzen will sich die BfH auch für den Erhalt gewachsener Traditionen sowie eine verträgliche Dorfentwicklung. Dabei solle Bewährtes erhalten und mit den Anforderungen der modernen Gesellschaft vereint werden.

Sieben Ausschüsse gebildet

Durchaus hehre Ziele also, die jedoch manchem der Besucher des Informationsabends zu wenig konkret waren. „Wie genau sehen Ihre Ideen aus?“, fragte Jochen Zeisig, der seit zwölf Jahren in Haseldorf lebt. Auch Boris Steuer, SPD-Fraktionschef im Gemeinderat, wollte wissen: „Was ist euer Konzept?“ Laut Schoppa sollen die Themen, mit denen sich die BfH beschäftigen will, erst in Arbeitsgruppen festgelegt werden. Daraus solle das Programm entstehen, mit dem die Wählergemeinschaft im Frühjahr 2018 zur Kommunalwahl antreten will. „Wir sind eine demokratische Vereinigung und werden die politischen Entscheidungen für Haseldorf aus dem Hinterzimmer in die Öffentlichkeit holen“, kündigte er an. Gründungsmitglied Stefan Biermans ergänzte: „Das ist der Unterschied zwischen uns und den etablierten Parteien. Wir kommen nicht mit einem fertigen Programm.“

15 Neuaufnahmen verbuchte Speer direkt nach der Veranstaltung. Damit gehören der Wählergemeinschaft jetzt 30 Mitglieder an. „Viele haben die Aufnahmeanträge mit nach Hause genommen und werden wohl in den nächsten Tagen bei uns eintreten“, ist sich die BfH-Chefin sicher. In sieben Ausschüssen sollen Positionen zu Themen wie Dorfentwicklung, Kultur, Tourismus und Schule erarbeitet werden. Laut Gisela Speer dürfen sich auch Nichtmitglieder beteiligen. Kontaktdaten gibt es im Internet.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 17.Okt.2016 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen