zur Navigation springen

Wedel-Schulauer Tageblatt

10. Dezember 2016 | 13:45 Uhr

Nachwuchs bei den sanften Riesen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Züchtererfolg Sandra Schüder hat sich den Shire Horses verschrieben / Tiere der größten Pferderasse der Welt in Haselau

Wenn „Oakridge New Dawn“, „Metheringham Upton Lilac“, „Winestead Princess Amelia“, und „Ginger’s Bobby Prince Charles“ ein Foto-Shooting wittern, sind sie nicht mehr zu halten, und alle wollen möglichst im Vordergrund stehen. Das Problem dabei ist, dass es sich bei diesen besonderen Persönlichkeiten um Shire Horses handelt, die mit ihrer neugierigen Suche nach Nähe, den riesigen Hufen und dem Stupsen ihrer großen weichen Nüstern das Konzept immer wieder durcheinander bringen. Und außerdem sollte eigentlich auch das am 27. April von der Stute „Dawn“ geborene Hengstfohlen „Old Dike Ronaldo“ im Vordergrund stehen. Aber seine unbändige Freude an der Bewegung hält den kleinen Hengst nicht lange an einem Ort.

Mitten unter den fünf Kaltblütern, den „sanften Riesen“, steht die 33-jährige Landwirtin und Züchterin Sandra Schüder ganz gelassen und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Pferde-Leckerlis hat sie allerdings vorsichtshalber nicht in den Taschen, denn dann könnte das Gedränge mit Tieren der größten Pferderasse der Welt doch zu heftig werden und zu unkontrollierten Kollisionen führen.

Die Begeisterung für die Shire Horses begann bei der Haselauerin, die auf dem Hof ihrer Eltern an der Altendeicher Chaussee lebt und neben Schafen und Kühen auch mit der Pferdezucht aufgewachsen ist, nach der Schulzeit. Sie jobbte 2002 in einer Disco, um Geld für ihr erstes Shire Horse aus England zu verdienen.

2006 konnte Schüder dann schon von dem Züchter Brian Winn aus Lincolnshire die beiden Fohlen „Tom Tom“ und „Amelia“ kaufen. Mit dem ersten Stutfohlen 2011 von „Amelia“ begann dann auch die eigentliche Zucht der jungen Landwirtin, die 2014 Ausbildungsbeste im Kreis war. Der damalige Hengst und heutige Wallach „Charles“ und die Stuten „Dawn“ und „Lilac“ wurden dazugekauft. 2015 brachten „Amelia“ und „Dawn“ jeweils ein Stutfohlen zur Welt, die jetzt bei Familie Dücker in Haselau stehen. Nach „Ronaldos“ Mutter „Dawn“, erwartet nun auch „Amelia“ im Juni ihr nächstes Fohlen.

Die Liebe zu den Pferden hat Schüder bei ihrem inzwischen verstorbenen Großvater Hans-Heinrich erfahren, der damals noch die kräftigen Holsteiner Zugpferde mit raumgreifender Aktion und viel Durchhaltevermögen züchtete. Während die Holsteiner zu der Rasse der Warmblüter gehören, hat sie sich für die großen sanftmütigen Kaltblüter entschieden. Die Shire Horses, die in ihrer heutigen Form im 18. Jahrhundert durch Zucht entstanden, waren ebenso wie das nach einigen Meinungen entfernt verwandte Schleswiger Kaltblut in den 1960er Jahren vom Aussterben bedroht. Vor der Zeit der Mechanisierung waren sie als Arbeitstiere in allen Bereichen, wo die Kraft der schweren Pferde gefragt war, eingesetzt worden.

Heute sind die Kaltblüter wieder gefragt als Zugkraft von etwa Wattenwagen für Ausflügler, Brauereikutschen oder als vierbeinige „Waldarbeiter“, den sogenannten Rückepferde in der Forstwirtschaft.

Für Schüder ist die Zucht der „Gentle Giants“ zu Zeit noch Liebhaberei. Aber sie denkt über einen Einsatz der geduldigen und kinderlieben Pferde im therapeutischen Sinne nach. Wer mehr wissen möchte über die sanften Riesen kann die Haselauerin unter Telefon (01  78) 8  35  59  86 erreichen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen