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Wedel-Schulauer Tageblatt

03. Dezember 2016 | 16:48 Uhr

Mozarts Requiem mit Starbesetzung

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

KonzertKammerchor und Kammerorchester Wedel ließen die bewegende Totenmesse in der St.-Marien-Kirche erklingen

Erneut ist es dem Duo Krivoborodov  /  Czermak gelungen, dem Publikum in der ausverkauften St.-Marien-Kirche ein musikalisches Meisterwerk facettenreich erklingen zu lassen. Dank Stefan Czermaks präziser Orchestereinstudierung und Valeri Krivoborodovs hervorragender Leistung als Chorleiter und Dirigent war Wolfgang Amadeus Mozarts letztes Werk ein absoluter Hörgenuss.

So interpretierten der etwa 60-köpfige Kammerchor Wedel sowie das von Bläsern der Hamburger Symphoniker und des Philharmonischen Staatsorchesters unterstützte Kammerorchester die einzelnen Stücke der Totenmesse differenziert und fast meditativ intensiv.

Mozarts Requiem, das 1791 uraufgeführt wurde, ist die letzte Komposition des Österreichers. Er starb, bevor er die Totenmesse beenden konnte, so dass nur etwa zwei Drittel davon tatsächlich von ihm selbst stammen. Da es sich um eine Auftragsarbeit handelte, vervollständigte sein Schüler Franz Xaver Süßmayr das Werk. Ihm zu Ehren, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 250. Mal jährt, erklang in der St.-Marien-Kirche zu Beginn des Konzerts feierlich zurückhaltend das von ihm komponierte „Ave verum corpus“.

Krivoborodov dirigierte wie gewohnt feinfühlig, aber durchaus temperamentvoll. Er forderte mit gepunkteten Fingerzeigen Leichtigkeit, mit raumgreifender Geste große Legato-Bögen sowie hüpfend und mit dem Taktstock wie mit einem Dolch zustechend temporeiche Dramatik. Das Ergebnis war eine gelungene, feine Interpretation des Requiems.

Der Chor war insgesamt sehr präsent, man merkte den Sängern die Freude an der ergreifenden Musik und die Hochachtung vor der Thematik an. Überzeugend kraftvoll erklang das dramatische „Dies Irae“ und auch das um Erbarmen flehende „Kyrie“. Bezaubernd leicht und dennoch wie gewebt mit zarten Legato-Bögen hingegen dann das bewegende „Lacrimosa“.

Am feierlichen Gesamtklang hatten nicht zuletzt die hochkarätig besetzten Solopartien ihren Anteil, für die der Förderverein Kammerchor und Kammerorchester Wedel international renommierter Sänger der Staatsoper Hamburg hatte gewinnen können. So bezauberte die gebürtige Russin Anna Petrova mit ihrem vollen, lyrischen Sopran, der sich besonders strahlend im „Benedictus“ entfaltete. Die Österreicherin Dorottya Lang und der Chilene Bruno Vargas schufen mit ihren ausdrucksstarken Alt- und Bass-Stimmen einen tiefen, ruhigen Klangteppich und setzten erdende Akzente.

Dass es sich um Solisten auf Weltklasse-Niveau handelte, machte Dovlet Nurgeldijev deutlich. Eine fantastische Tenor-Stimme erfüllte die Kirche: auf den Punkt genau, klar, strahlend, ausdrucksstark und dabei wundervoll lyrisch sanft. Hinreißend, absolut perfekt! Der Turkmene ist seit sechs Jahren fest an der Staatsoper Hamburg engagiert und derzeit als Tamino in Mozarts „Die Zauberflöte“ zu hören.

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erstellt am 08.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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