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Wedel-Schulauer Tageblatt

10. Dezember 2016 | 23:28 Uhr

Moorreger lehnen neues Amtshaus ab

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

„Steuerverschwendung“ CDU will Anbau

Soll das Amtshaus Moorrege erweitert werden oder muss ein Neubau her – möglicherweise sogar in einer anderen Kommune? Mit dieser Frage werden sich die Mitglieder des Amtsausschusses des Amts Moorrege während ihrer Sitzung am Montag, 21. November, befassen. Nun melden sich mit Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (Foto oben, CDU) und CDU-Fraktionschef Georg Plettenberg (unten) zwei Spitzenpolitiker aus Moorrege zu Wort. Sie lehnen einen Neubau entschieden ab. „Das wäre eine sehr große Steuerverschwendung, das geht gar nicht“, sagte Weinberg. Plettenberg droht gar mit dem Austritt der Standortgemeinde, sollte für den geschätzt zehn Millionen Euro teuren Neubau gestimmt werden.

Wie unserer Zeitung berichtete, war eine Machbarkeitsstudie zur Raumbedarfsdeckung im Amt Moorrege in Auftrag gegeben worden, die vom Hauptausschuss beraten wurde. Vorgeschlagen wurden sowohl ein Teilneubau für etwa 5,4 Millionen Euro als auch ein Neubau, der mit 8,1 Millionen Euro veranschlagt wurde. Die Moorreger CDU-Politiker halten beide Zahlen für unrealistisch. Beim Neubau seien beispielsweise gar keine Grundstückskosten eingerechnet, die Anbaukosten hingegen viel zu hoch, sagte Plettenberg.

Sollte ein Neubau beschlossen werden, müsste Moorrege 2,4 Millionen Euro übernehmen. Das wäre eine jährliche Belastung von etwa 80  000 Euro über 30 Jahre finanziert. „Alle Prognosen warnen vor zurückgehenden Steuereinnahmen in den kommenden Jahren“, betonte Plettenberg. Diese Kosten könnten nur über eine massive Steuererhöhung abgedeckt werden. Für die Moorreger würde das eine 20-prozentige Erhöhung der Grundsteuer bedeuten. „Wir müssten unserer Bürger anschreiben und auf den Zusammenhang dieser Steuererhöhung hinweisen“, sagte Plettenberg. Zusätzlich müsste seine Gemeinde ein Bürgerbüro einrichten, denn bisher werden Räume im Amtsgebäude genutzt. „Kann man sich den Shitstorm auf diese Steuererhöhung vorstellen?“, fragt Plettenberg.

2017 wird Moorrege nach Rechnung Plettenbergs knapp 600  000 Euro an Amtsumlage zu bezahlen haben. „Für diesen Betrag findet sich garantiert eine andere Kommune, die für uns die Verwaltung übernimmt“, glaubt der CDU–Fraktionschef. Mit dem Ausscheiden Moorreges müssten dann nicht nur die anteiligen Baukosten von 80  000 Euro auf die ab Januar 2017 neun Kommunen des Amts übernommen werden, sondern auch die Unterdeckung durch das Wegfallen der Moorreger Amtsumlage von knapp 600  000 Euro. „Wir waren immer stolz, darauf hinweisen zu können, dass das Amt nur die Schreibstube für die Dörfer ist und alle Gemeinden völlig unabhängig ihre Politik betreiben können“, sagte Plettenberg. Und er betonte, dass die Umbenennung in Amt Geest und Marsch Südholstein (Gums) nur auf Betreiben der Amtsverwaltung auf die Tagesordnung gekommen sei. „So verhält es sich jetzt auch mit dem Neubau des Amtsgebäudes“, stichelte Plettenberg in Richtung von Amtsdirektor und Verwaltungschef Rainer Jürgensen (Foto).

In die selbe Kerbe haut auch Weinberg: „Der Amtsdirektor ist derjenige, der den Neubau favorisiert und es versucht, meinen Kollegen schmackhaft zu machen.“ Der Christdemokrat glaubt nicht, dass sich die Bürger der anderen Gemeinden eine Steuererhöhung zur Finanzierung eines neuen Amtshauses gefallen lassen. Holm habe beispielsweise habe bereits zwei Mal in Folge an der Steuerschraube gedreht. „Meine Kollegen werden Schwierigkeiten bekommen, wenn sie es ihren Bürgern zu erklären haben“, meint Weinberg.

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