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Wedel-Schulauer Tageblatt

02. Dezember 2016 | 23:20 Uhr

Mit alten Spielen zu neuen Wörtern

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

VHS 16 Jugendliche lernen beim Talentcampus unkompliziert Deutsch / Ausflüge ins Strandbad, Stadtmuseum und zur Vogelstation

Der Begriff „Schwimmfuß“ wurde im Talentcampus der Volkshochschule (VHS) Wedel zum geflügelten Wort. „Das war eines der ersten Wörter, das sich die Kinder gemerkt haben“, sagte Ulrike Mayer-Küster vom Museumsservice Kalliope, der das einwöchige Ferienprogramm umsetzte, bei dem das Sprachtraining im Vordergrund stand. „Manchmal ist es einfach so, dass es Worte sind, die man vielleicht nicht wirklich häufig braucht“, sagte ihre Kollegin Ulrike Winter. Gelernt hatten die 16 Mädchen und Jungen den Begriff an der Carl-Zeiss-Vogelstation.

Fünf Tage lang erkundeten die Teilnehmer des Talentcampus‘ die Rolandstadt. „Wir wollten den Kindern Orte in Wedel zeigen, die sie vielleicht nicht kennen oder wohin sie sonst nicht gehen würden“, sagte Mayer-Küster. Bei einer Stadtrallye wurden der Elbstrand und das Strandbad untersucht. Im Stadtmuseum wurde Reep geschlagen und alte Trachten anprobiert. Zudem konnten alte Spielsachen ausprobiert werden. „Das war für viele etwas Besonderes“, so Winter. Am Roland wurde „Kippel-Kappel“ gespielt. Ein auf beiden Seiten angespitztes Holzstück, der Kippel, musste mit einem Holzstock, der Kappel, weggeschlagen werden. Der weiteste Flug des Kippels bedeutete den Sieg.


Gemeinsames Kochen verbindet


Zwei Stunden lang ging es am dritten Tag zu Fuß zur Carl-Zeiss-Station, wo immer wieder die Smartphones gezückt wurden, um die Natur zu dokumentieren. „Wir haben dann im Regen geduscht“, scherzte eines der Kinder. In der Sporthalle des Wedeler TSV konnten am vierten Tag verschiedene Sportarten getestet werden.

Auch kulinarisch probierten sich die Jugendlichen aus. Am letzten Tag wurde gemeinsam gekocht. „Wir wollten typisch Norddeutsch kochen, am Ende wurde es aber international“, erläuterte Meyer-Küster die Entscheidung für „Schnüsch“, einen Gemüseeintropf mit Milch und Zucker. „Wir fanden es lecker. Die Kinder sahen es nicht ganz so“, scherzte sie. Da einige Kinder Spezialitäten aus ihrer Heimat mitgebracht hatten, wurde es eine Mischung verschiedenster Spezialitäten. Der Nachtisch sorgte kurzfristig für Verwirrung. „Der Kuchen ist ganz schwarz“, riefen drei Kinder gleichzeitig aus der Küche. Schnell war klar: Es waren nur die Rosinen des „Großen Hans“, einer Puddingspezialität, die im Topf gegart wurde.

„Es war toll, wie die Kinder mitgemacht haben“, bilanzierte Winter. Die Neun- bis 18-Jährigen, die zumeist erst ein halbes Jahr in Deutschland leben, hätten schnell neue Wörter gelernt. „Das war unser Ziel“, sagte Mayer-Küster zum Talentcampus, der im Rahmen des Programms „Kultur macht stark“ vom Bündnis für Bildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert wurde.
 

>  www.vhs-wedel.de


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