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Wedel-Schulauer Tageblatt

08. Dezember 2016 | 01:20 Uhr

Land verschleppt Auszahlung

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Finanznot Landtagsabgeordneter Thomas Hölck (SPD) besucht Familienbildung / Die wartet dringend auf 10 050-Euro-Zuschuss

Ulrike Wohlfahrt, Leiterin der Wedeler Familienbildung, nahm sich viel Zeit für den Besuch des SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Hölck (Foto). Neben einem ausführlichen Einblick in die Strukturen, Arbeitsweisen, Angebote und finanzielle Ausstattung der Bildungs- und Betreuungseinrichtung hatte Wohlfahrt nämlich durchaus auch Sorgen zu vermitteln, deren Hintergründe es zu erklären galt. Was die Leiterin besonders belastet: Die finanziellen Landesmittel fürs Familienzentrum fließen nicht. „Wenn es nicht reibungsloser funktioniert, überlegen wir sogar, den Titel wieder abzugeben“, machte sie ihrem Ärger Luft. Und bekräftigte: „Die verspätete Auszahlung ist ein ganz dicker Stein in unserem Schuh.“

Ende 2014 war die Wedeler Familienbildung Familienzentrum geworden. Ein Konzept der Landesregierung, das durch eine bessere Verbindung von Familien und vorhandenen Hilfsangeboten zu einer effektiveren Unterstützung Bedürftiger führen sollte. Konkret bedeutete das die Installation einer Koordinatorin, die Hilfesuchende an die richtige Stelle lotst.

Die Träger müssen mehr als ein halbes Jahr Personalkosten auf eigenes Risiko vorstrecken, weil 10  050 Euro nicht fließen, erklärt Wohlfahrt die Konsequenzen. Bereits im vergangenen Jahr wurde das Geld erst im Sommer überwiesen. Bedeutet für die Familienbildung: Bereitstellung höherer Liquiditätsreserven und verunsicherte Mitarbeiterinnen, so Wohlfahrt.

Die Leiterin der Wedeler Einrichtung wünschte sich zudem eine höhere Wertschätzung von Tagesmüttern und die Garantie auf einen Investitionszuschuss von 1500 Euro für Frauen, die sich in diese Richtung selbstständig machen möchten. Wenn im Topf Betriebskostenzuschüsse für Kindertagesstätten, aus dem auch die Tagesmütter unterstützt werden, kein Geld mehr ist, gehen alle weiteren Antragsteller leer aus, erklärte Hölck. Seine Landesregierung plane, dass ab 2017 für jedes Krippenkind 100 Euro an Familienentlastung bezahlt wird, machte er den Ansatz der SPD deutlich.

Die schwarz  -gelbe Regierung hatte in 2011 und 2012 die Gesamtzuwendung an die 31 Familienbildungsstätten des Landes um 30 Prozent gekürzt. Die rot-grün-blaue Landesregierung stockte den Topf wieder mit 30  000 Euro auf. Doch das lindere den Verlust von 225  000 Euro nicht wirklich, so Wohlfahrt: „Diese Kürzung hatte zahlreiche Familienbildungsstätten an den Rand der Existenz gebracht und beeinflusst die soziale Arbeit noch heute.“

Hölck will die Probleme der Wedeler Einrichtung mit nach Kiel nehmen, versprach er. Und hatte zum Schluss noch ein Lob parat: „Hier wird haupt- und ehrenamtlich wertvolle Hilfe für Familien geleistet“. 

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