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Wedel-Schulauer Tageblatt

11. Dezember 2016 | 12:52 Uhr

Abbruch trotz Erhaltungssatzung? : Kulturdenkmal am Altstadtmarkt soll Mehrfamilienhaus weichen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Wedel: Grüne monieren die mangelnden Informationen und das Verfahren.

Wedel | Das Herz der Wedeler Altstadt: Der Roland, das Pane Vino, der Freihof, die Immanuelkirche – zahlreiche markante Bauwerke prägen ein Bild mit historischem Charme. Die Vielzahl von Gebäuden von geschichtlichem und künstlerischem Wert, angeordnet zu einem Gefüge im ländlichen Heimatstil hat Politik und Verwaltung 2007 bewogen, den Bereich per Erhaltungssatzung als besonders schützenswert auszuweisen. Wie passt es da, ein altes Bauernhaus mit einem einfachen Einvernehmens-Beschluss zum Abbruch freizugeben? Gar nicht, sagen Wedels Grüne und pochen auf mehr Informationen.

Es geht um den Bau in Backstein-Optik Am Marktplatz 1. Ein einfaches Kulturdenkmal, wie den Unterlagen zum jüngsten Planungsausschuss zu entnehmen ist, der das Votum fällen sollte. Dazu gibt es nicht viel mehr als Planzeichnungen für ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten, einen Eingangsvermerk für einen Bauantrag – 18. Dezember 2015 – und den Hinweis, dass dieser mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt ist. Zu wenig, sagen die Grünen: „Ich vermisse eine Begründung für den Abriss“, so Fraktionschef Olaf Wuttke. Ebenso Aussagen, wann das Haus überhaupt errichtet wurde oder ob die Stadt einen Abbruch für zwingend notwendig erachte.

„Ich will das Gebäude nicht zum einzig unverzichtbaren Haus in der Altstadt hochjodeln, aber es ist wichtig, das Thema im Kontext zu diskutieren.“ Und das bevor im Gebiet der Erhaltungssatzung weitere Gebäude abgerissen werden, wie in der Riststraße, so Wuttke, Und weil jedes Haus, das einfach verschwinde, an anderer Stelle Begehrlichkeiten wecke. „Sonst können wir unserer Erhaltungssatzung gleich einstampfen“, so der Grünen-Fraktionschef.

Eine Akte gebe es nicht, es handle sich um kein eingetragenes Kulturdenkmal, hieß es aus dem Bauamt. Es sei ein altes Bauernhaus mit Tenne im hinteren Bereich, das heruntergewirtschaftet sei und derzeit lediglich durch den Sohn des Eigners genutzt werde. Es habe Bemühungen gegeben, es zu erhalten und intensive Planungsgespräche, die durch das Denkmalschutzamt begleitet wurde. „Der aktuellen Variante hat die Behörde zugestimmt“, so Bauamtschef Klaus Lieberknecht.

Die SPD dagegen hatte Probleme mit dem Entwurf für ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten und monierte Mängel in der Gestaltung, etwa bei Fassade und Fenstern. „So nicht“, so SPD-Sprecher Manfred Eichhorn. Die CDU dagegen begrüßte die Pläne ob der Aussicht auf neue Wohnungen. „Wovon wir hier reden, ist alles andere als ein Schmuckstück“, so Planungsausschusschef Michael Schernikau. Dennoch gab es keine Abstimmung, sondern einen neuen Anlauf in der nächsten Sitzung des Gremiums. Mit mehr Informationen.

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erstellt am 04.Feb.2016 | 14:00 Uhr

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