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Wedel-Schulauer Tageblatt

09. Dezember 2016 | 01:06 Uhr

Übung in Wedel : Jugendfeuerwehr: 24 Stunden im Einsatz

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

43 Nachwuchskräfte aus Holm und Wedel im Rund-um-die-Uhr-Einsatz. Inszeniertes Feuer in der Barlach-Schule.

Wedel | Hilfeschreie gellen über den Schulhof, Qualm quillt aus den Fenstern. Das Szenario: Feueralarm an der Wedeler Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (EBG). Mit zwei Lösch- und einem Leiterfahrzeug rückt die Feuerwehr an. Im Einsatz: 41 Jungen und Mädchen aus Holm und Wedel.

Der Einsatz ist eine Übung. Die zwischen zehn und 17 Jahre alten Mitglieder der benachbarten Jugendfeuerwehren traten am vergangenen Wochenende zu einem 24-Stunden-Dienst an, um hautnah zu erleben, was es heißt, rund um die Uhr einsatzbereit zu sein. In fünf Gruppen aufgeteilt werden die 37 Jungen und sechs Mädchen immer wieder überraschend alarmiert. Sie müssen in verschiedenen Einsatzsituationen Leben retten. Die Abschlussübung findet an der EBG statt, wo die Feuerwehreleven ein mit Nebelmaschinen und einsatzfreudigen Statisten realitätsnah gestaltetes Szenario erwartet.

Schweres Gerät: Mit einer Drehleiter inspizieren die Jugendlichen das Dach der Schule.
Schweres Gerät: Mit einer Drehleiter inspizieren die Jugendlichen das Dach der Schule. Foto: Bohling
 

„Das kann man in der Theorie zehnmal durchspielen, in der realen Welt sieht das dann alles ganz anders aus“, sagt Fabian Keller von der Wedeler Wehr, der zusammen mit seinem Kollegen Martin Konetzny die insgesamt 35 Notfall-Situationen in 18 Einsatzszenarien für die fünf Jugendgruppen ausgearbeitet hatte. Beginn der 24-Stunden-Übung war am Freitagnachmittag, wo bereits kleinere Brände gelöscht und Notfälle bewältigt werden mussten. Nach kurzer Nachtruhe geht es am Sonnabendmorgen gleich wieder in die Vollen. Unter anderem werden die jungen Retter in die Boote geschickt, um eine Vermisstensuche am Elbufer durchzuspielen. Bei dem Wetter blickte mancher Betreuer den Jugendlichen neidisch hinterher.

„Wegen des beträchtlichen Aufwands finden unsere 24-Stunden-Übungen für die Neulinge nur alle zwei Jahre statt“, sagt Robin Thießen, Jugendfeuerwehrwart der Wedeler Wehr. Um sie bei der Stange zu halten, werden im Wechsel Ferienfreizeiten und Zeltlager veranstaltet.

Verbinden von Schläuchen: Jeder Handgriff muss sitzen.
Verbinden von Schläuchen: Jeder Handgriff muss sitzen. Foto: Böhling
 

Auch wenn nicht jeder Handgriff gleich sitzt und nicht alles perfekt ist, sind die Organisatoren mit den Leistungen sehr zufrieden. „Uns ist bewusst, dass wir die Jugendlichen zum Teil echt fordern“, sagt Keller abschließend. „Aber das soll eben auch so sein und sie kriegen das wirklich gut hin.“ Kurz nach 16 Uhr ist der Dienst beendet.

Obwohl es mancher nicht wahrhaben will, ist den jungen Leuten die Erschöpfung anzusehen. Für die meisten geht es am Abend wohl früh in die Federn.

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erstellt am 12.Sep.2016 | 12:30 Uhr

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