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Wedel-Schulauer Tageblatt

28. April 2017 | 08:19 Uhr

Jeder ist Herr über seinen Text

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Schwedenkrimi Autorenpaar Voosen / Danielsson zu Gast in der Stadtbücherei / „Unsere Arbeit lebt von unserer Beziehung“

Ihre Krimis spielen in Schweden und können sich den Vergleich mit denen von Stieg Larsson, Liza Marklund und Håkan Nesser durchaus gefallen lassen. Am 14. Juli kommt das deutsch-schwedische Autorenpaar Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson in die Wedeler Stadtbücherei und liest aus seinem aktuellen Roman „In stürmischer Nacht“. Das Tageblatt traf die beiden Schriftsteller zu einem Gespräch.

Auf die Frage, wie sie zum Schreiben gekommen seien, antwortet Danielsson: „Die Arbeiten an unserem ersten Buch „Später Frost“ fingen 2009 an. Roman hatte die ersten Seiten geschrieben und bat mich, Korrektur zu lesen. Ich habe dann Szenen hinzugefügt und so hat sich das Stück für Stück weiterentwickelt.“ Voosen ergänzt lächelnd: „Kerstin hatte gerade ihre Masterarbeit fürs Lehramt beendet und war noch voll im Recherche-Modus.“


Im Sommer geht’s von Hamburg nach Växjö


Die Zusammenarbeit funktionierte von Anfang an sehr gut. Bis heute haben die beiden vier Romane veröffentlicht. Die Gesamtauflage liegt bei mehr als 200  000 verkauften Exemplaren. „Rotwild“ und „Aus eisiger Tiefe“ lauten die Titel weiterer Bände. Im Herbst folgt mit „Der unerbittliche Gegner“ der fünfte Roman.

„Wir können uns heute gar nicht mehr vorstellen, nicht zusammen zu schreiben“, so Danielsson mit zufriedenem Seitenblick auf Voosen. Der ergänzt: „Unsere Arbeit lebt natürlich auch von unserer Beziehung zueinander.“ Man kenne sich sehr gut und arbeite beim Schreiben mit viel Disziplin. „Wobei jeder zunächst einmal Herr über seinen Text ist und sich erst dann mit dem anderen austauscht“, betont Voosen.

„Wir sind uns schon bewusst, dass wir uns in einer gewissen Tradition bewegen“, so Voosen auf die Frage, wie sie mit der Konkurrenz auf dem Markt skandinavischer Krimis umgehen. „Sjöwall  /  Wahlöö in den 1960ern und Mankell in den 1990ern haben die Messlatte ziemlich hochgelegt“, so der Autor selbstkritisch.

Das in Hamburg lebende Schriftstellerpaar kennt Wedel von zahlreichen Ausflügen und liebt die Weitläufigkeit der Marsch. Nach einigen Jahren Großstadtlebens zieht es sie jetzt aufs Land. Allerdings ins südschwedische Småland, wo die Geschichten um ihre Protagonisten Ingrid Nyström und Stina Forss spielen. Nahe der Universitätsstadt Växjö hat sich das Autorenpaar, das seit 2013 verheiratet ist, ein Haus gekauft. Im Sommer wollen die beiden dorthin umziehen.

„Kerstin ist sehr heimatverbunden“ weiß Voosen. „Insofern ist sie auch sehr streng, was die Beschreibung Schwedens und seiner Eigenheiten angeht.“ Und Danielsson ergänzt: „Das betrifft sowohl das Land wie auch die Leute.“ Man wolle schließlich keinesfalls irgendwelche Klischees bedienen. 

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