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Wedel-Schulauer Tageblatt

08. Dezember 2016 | 09:02 Uhr

Isi’s Imbiss erregt die Gemüter

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ostmolen-Neubau Viel Detailkritik und Blicke auf Nebenschauplätze statt Konzept-Diskussion bei Info-Abend

Mit zwei Bitten leitete Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos) die Info-Veranstaltung zur Gestaltung der Ostmole im Wedeler Hafen Donnerstagabend ein: Auf Grundsatzdebatten, die die Umgestaltung des Hafens infrage stellen, möge man verzichten. Dafür sei das Projekt zu weit fortgeschritten. Andererseits sei dies auch nicht der Platz, um sich in Details zu verstricken. Als Beispiel nannte Schmidt die Zukunft des Kult-Imbisses Isi. Tatsächlich blieb die Grundsatzkritik aus. Ebenso indes weitgehend die Beschäftigung mit dem eigentlichen Entwurf, der bei der Politik großen Anklang gefunden hatte. Detailfragen und dabei eben vor allem der Verbleib von Isi dagegen waren die großen Themen des Abends im Ratssaal, wo etwa 90 Teilnehmer Platz genommen hatten.

Darf Isi in den geplanten Kiosk? Wenn nicht, hat er dann Anrecht darauf, sich „dazuzuquetschen“? Oder bleibt er, wo er jetzt ist, auf der Wiese vor den Strandweg-Neubauten? Die beiden letzten Optionen verneinte Schmidt. Man werde dem langjährigen Betreiber aber anbieten, das Gastro-Angebot zu übernehmen. Thema beendet? Mitnichten. Die Geruchsbelästigung sei enorm. Aktuell werde die zulässige Emission durch den Imbiss erheblich überschritten, so eine Kritik: „Ist geplant, das zu verringern?“


„Wir werden das nicht länger hinnehmen“


Schmidt erklärte, es habe bereits Veränderungen der Filteranlage gegeben, die jetzt kontrolliert würden. Offenkundig war das nicht genug. Unter Hinweis auf aktuelle Rechtsprechung und Urteile in ähnlichen Fällen, in denen schon Betriebe stillgelegt wurden, ließ ein Anwohner-Sprecher wissen: „Wir werden das nicht länger hinnehmen.“ Applaus von mehreren Seiten.

Zweites Reizthema, das mit der Neugestaltung ebenfalls nur am Rande zu tun hat: der Verkehr. Und damit die alte Forderung, Motorräder aus dem unmittelbaren Hafenrandbereich herauszuhalten. So sei es geplant, so Schmidt, der auf das bereits bestehende Verbot verwies. Problem sei allerdings die Umsetzung. Sicher würden Kontrollen intensiviert. Eine Ideallösung gebe es jedoch noch nicht, sagte auch Bauamtschef Klaus Lieberknecht. Neue Parkmöglichkeiten für Motorräder würden jedoch im Bereich der Busspur am Strandweg geschaffen.

Als attraktiv, aber nicht geplant und wohl auch nicht realisierbar wurde der Vorschlag von Jürgen Schnabel beurteilt, den Abschnitt der Schulauer Straße an der Mole in einen „Shared Space“ umzuwandeln, um Verkehrslärm aus dem Gebiet rauszunehmen. Wichtig sei zumindest, die Baumaßnahmen für die Mole und die geplante Errichtung des Hafenhotels so zu koordinieren, dass Beeinträchtigungen so gering wie möglich sind, so ein weitere Einwurf. Dies sei beabsichtigt, so Lieberknecht.

Neben der Anregung, bei Sitzgelegenheiten auch die Senioren zu berücksichtigen und auf ausreichend Handläufe an den Treppen zu achten, brachte Peter Pflüger Grundsatzfragen des Hochwasserschutzes auf das Tapet. Ob angesichts der geplanten Erhöhung des Flutschutzes auch in Wedel draufgesattelt werde? Lieberknecht verneinte. Das Landesamt für Küstenschutz, mit dem intensive Gespräche liefen, sehe keine Notwendigkeit. Wenn, dann müsse die gesamte Anlage erhöht werden. Das sei ein komplett anderes Projekt, so der Bauamtschef.

SPD-Ratsherr Manfred Eichhorn betonte noch einmal die eigentliche Intention der Veranstaltung, indem er die Bürger ermunterte, Ideen zur Molengestaltung ans Rathaus heranzutragen. „Gern, die werden wir dann prüfen“, so Lieberknecht.

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erstellt am 02.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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