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Wedel-Schulauer Tageblatt

06. Dezember 2016 | 15:14 Uhr

Holzschnitte und Wolken mit Poesie

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Galerie Cavissamba Neue Schau eröffnet

Zwei Künstler, zwei Betrachtungsweisen und zwei unterschiedliche Medien. Was sie verbindet, ist eine sehr detaillierte Wiedergabe ihrer Umwelt. In der Galerie Cavissamba an der Haseldorfer Chaussee in Haselau stellte die Galeristin Leni Rieke auf einer Vernissage am vergangenen Wochenende die beiden Künstler Adelheid Johnke und Achim Retzow vor.

Johnke ist Holzschneiderin und zeigt unter dem Titel „Der norddeutschen Natur nachgespürt“ 20 kunstvolle Holzschnitte in sanften Farben von Strandgut, Küste und Meer. Anhand des sensiblen Druckes vom Uetersener Naturschützer Hans-Heinrich Hatlapa im Dialog mit einem Adler, wurde die faszinierende Kunstfertigkeit ihrer Holzschnitte besonders deutlich. Johnke zeigte zum Bild auch die passende Druckplatte aus asiatischem Sperrholz, in welches das Motiv seitenverkehrt geschnitten ist. Die Haseldorfer Künstlerin, die viele Jahre bei bekannten Dozenten in Goslar die Holzschneiderei erlernte, erklärte, dass eine absolute Konzentration erforderlich sei, um passgenau mit sieben Farben nacheinander übereinander zu drucken. Nach etwa zehn Unikaten wird die Druckplatte zum „verlorenen Schnitt“, denn weitere Drucke sind dann nicht mehr möglich.


Von der Spießigkeit der Stadt Tornesch


Der zweite ausstellende Künstler ist der in Tornesch lebende Fotograf Retzow. Er zeigt analoge Bilder mit zwei sehr unterschiedlichen Themen, zum einen „Wie am ersten Tag – Annäherung an Richard Wagners Ring des Nibelungen“. Dabei kombiniert er Wolkenbilder mit Zitaten aus Wagners Musikdrama. Für ihn sei der „Stabreim die höchste Form von sprachlicher Magie“. Er möchte mit seinen beeindruckenden Wolken-Fotografien auf die „Bedrohung der Welt durch uns selbst“ aufmerksam machen. Bei dem zweiten Thema „Unsere kleine Stadt – Bilder aus Tornesch“ hat Retzow versucht, eine Art „Kulturschock“ zu verarbeiten. Vor fünf Jahren sei er aus dem „weltoffenen Kiel ins spießige Tornesch“ gezogen und hätte dabei „sehr Schönes und sehr Hässliches“ gefunden. Dementsprechend wirken auch einige seiner Bilder ausgesprochen bedrückend und erschreckend realistisch.

Retzow hat sich bis heute nicht von der analogen Fotografie abgewandt, weil es ihm um „Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit“ bei der Entstehung einer Fotografie gehe. Wenn das Bild entstanden ist, sei es „fertig und auch gültig“, erklärt er seine Passion für die fast in Vergessenheit geratene Analogfotografie.






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