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Wedel-Schulauer Tageblatt

04. Dezember 2016 | 11:18 Uhr

Hetlinger Marschtreff macht Miese

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Bilanz 5000 Euro Verlust / Neuer Vorstand gewählt

Das Projekt Marschtreff lebt weiter. Trotz mieser Bilanzen kann der genossenschaftlich organisierte und ehrenamtlich betriebene Krämerladen mit angeschlossenem Café in Hetlingen weitermachen. Auf der Generalversammlung Mittwochabend musste turnusgemäß gewählt werden. Es stellten sich genügend Kandidaten zur Verfügung, die Verantwortung übernehmen wollten. Zukünftig werden Angelika Kock-Wenzel und Michael Rahn den Vorstand bilden. Mit Ines Bitow und Saskia Schlünz machen zwei bisherige Mitglieder des Aufsichtsrats weiter. Sabine Wolff schließt sich ihnen als dritte Aufsichtskollegin an.

Lange Zeit sah es während der Sitzung nicht so aus, als liefe alles glatt mit dem Fortbestand des Marschtreffs. Denn die Genossen hatten bittere Zahlen zu schlucken, die ihnen Schlünz im Auftrag der bisherigen Vorsitzenden Robert Wieber und Birgit Zimmer erläuterte. Bei einem Umsatz von 23  000 Euro machte der Marschtreff im Jahr 2015 gut 5000 Euro Verlust. Der Abschluss aus dem vergangenen Geschäftsjahr war bisher noch nicht bilanziert und lag den Genossen jetzt zur Abstimmung vor. Die hatten aber erst einmal viele Fragen zu den trotz eines guten Verkaufserlöses tiefroten Zahlen.

Der Verlust setze sich aus 750 Euro Minus aus dem Rumpfgeschäftsjahr 2014 sowie einem Jahresfehlbetrag von 4300 Euro in 2015 zusammen, erläuterte Aufsichtsrätin Schlünz. Besonders ins Gewicht fielen Mietrückstände und hohe Nebenkosten. Um diese zu senken, steht Wieber bereits in Kontakt mit den Wedeler Stadtwerken, die gegen eine Plakettenwerbung Rabatt gewähren wollen.

Kritik musste Wieber aufgrund unübersichtlicher Buchführung einstecken. Als Konsequenz hatte ihm der Aufsichtsrat bereits zum Jahresanfang die finanzielle Leitung im Marschtreff entzogen. Zudem wurde eine allgemeine Ausgabensperre verhängt. Diese Maßnahme greife bereits, so die Aufsichtsratsmitglieder. Bisher sehe das Ergebnis für 2016 gut aus. Mehrere hundert Euro plus seien in der ersten Jahreshälfte erwirtschaftet worden.


Viele Einmalzahlungen


Schlünz machte den Genossenschaftlern darüber hinaus durch eine weitere Rechnung Mut. Viele Posten innerhalb des Jahresfehlbetrags seien Einmalzahlungen, sagte sie, darunter beispielsweise Gebühren und Notarkosten für die Anmeldung als Genossenschaft, verspätete Rechnungen oder Nebenkostennachzahlungen aus 2014. Grob überschlagen kam die Finanzfachfrau nach Abzug der Soloposten auf nurmehr knapp 400 Euro Minus. „Das kriegen wir hin, indem wir die Preise korrekt anpassen und Einsparungen vornehmen“, ermunterte sie.

Am Ende wurde der Jahresabschluss von der Generalversammlung genehmigt. Der neue Vorstand tritt mit dem Defizit eine schwierige Aufgabe an. 5000 Euro Miese stehen Einlagen in Höhe von 5800 Euro gegenüber. Der Finanzspielraum ist gering. Selbst das Wort „drohende Insolvenz“ fiel bereits während der Sitzung. „Wir wollen ein neues Feuer entfachen“, sagte der neue Vorstand Rahn kämpferisch. Es gelte jetzt, das mitgenommene Defizit in diesem Geschäftsjahr abzubauen. Die neuen Zahlen aus dem ersten Halbjahr stimmten da zuversichtlich.  

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