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Wedel-Schulauer Tageblatt

08. Dezember 2016 | 03:14 Uhr

Herbe Schelte für Polit-Kollegen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

gemeinderat Ausweisung von neuen Baugebieten in Heist als Zankapfel / Fach-Ausschuss soll erneut beraten

Das Thema Dorfentwicklung und dabei insbesondere die Ausweisung von neuen Baugebieten beherrschte die Sitzung der Heistmer Gemeindevertretung am Montagabend. Knapp 20 Bürger hatten sich im Lindenhof eingefunden, um Fragen zu stellen und Sorgen zu äußern. Bei den Politikern stießen sie auf offene Ohren: Konkrete Maßnahmen für Planung und Bau wurden nicht beschlossen, ebensowenig wie Prioritäten für die vier zur Verfügung stehenden Freiflächen. Stattdessen verwiesen die Gemeindevertreter das Thema erneut in den Bauausschuss.

Nachdem Bürgermeister Jürgen Neumann (CDU) den Tagesordnungspunkt Dorfentwicklung aufgerufen hatte, folgte zunächst eine Generalkritik. CDU-Fraktionschef Jörg Behrmann brachte seine Enttäuschung über den Ablauf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses zum Ausdruck. „Was habt Ihr da gemacht?“, sprach Behrmann seine Kollegen direkt an. Hintergrund der Kritik ist die Tatsache, dass während jener Sitzung am 29. August − Behrmann weilte damals im Urlaub − nicht nur der Tagesordnungspunkt Dorfentwicklung in den nichtöffentlichen Teil gelegt wurde, sondern die Bürger auch während der Einwohnerfragestunde kaum Gelegenheit zur Beteiligung hatten. Zu früh sei diese eröffnet und zu schnell wieder geschlossen worden. Auch Bürgermeister Neumann brachte sein Unverständnis über die Vorgänge im Bauausschuss zum Ausdruck. Mehrere Kommunalpolitiker entschuldigten sich bei den Anwesenden.

Doch warum die ganze Aufregung? Letztlich geht es um die weitere Entwicklung der Gemeinde. Heist will und muss wachsen − soviel scheint festzustehen. Wo und in welchem Maß hingegen nicht. „62 Interessenten an Grundstücken in Heist gibt es aktuell“, berichtete Neumann. Auf bis zu vier Flächen könnte Bauland entstehen: am Grauen Esel, dem Tenniscenter, der sogenannten Friedhofersatzfläche sowie der sogenannten Rieprichfläche, südlich vom Friedhof gelegen. Im Bauausschuss hatte man sich bei der Priorisierung auf eben diese Reihenfolge geeinigt. „Wir waren der Meinung, dass man so möglichst schnell und in angemessener Form den Bedarf sicherstellen kann“, sagte Ludwig Albrecht (CDU). Denn am Grauen Esel könnten laut Verwaltung zirka 35 Wohneinheiten entstehen − mit Abstand die meisten.


Kita könnte an ihre Grenzen stoßen


Doch für die Gemeinde könnten viele neue Bürger auch Belastungen mit sich bringen, mahnte Behrmann. Die Kita könnte beispielsweise rasch an ihre Grenzen stoßen, so der Christdemokrat. Die Zuhörer verwiesen unter anderem auf zusätzliche Verkehrsbelastung. „Ich weiß nicht, ob es im Interesse des Dorfes ist, so viele neue Baugebiete auszuweisen“, sagte eine Frau, die sich zudem einen Seitenhieb auf die Nachbargemeinde nicht verkneifen konnte: „Wir wollen kein Dorf wie das ‚Königreich Moorrege‘.“ Neumann beteuerte: „Werden Sie nicht bekommen.“ Er betonte im Übrigen, dass sich an der Zahl von zirka 3000 Einwohnern, die maximal abgedeckt werden sollen, nichts geändert habe. „Wir wollen nicht so expandieren, wie das Nachbargemeinden zum Teil tun.“

Mit deutlicher Mehrheit wurde beschlossen, das Thema erneut im Bauausschuss zu beraten. Bis dahin gelte es, Kriterien zu erarbeiten, nach denen über die möglichen Baugebiete entschieden werden soll, sagte Neumann. Er rief seine Kollegen auf, in sich zu gehen: „Jeder soll überlegen: Was wollen wir eigentlich?“

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