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Wedel-Schulauer Tageblatt

28. September 2016 | 00:20 Uhr

Kampfansage gegen Uwe Schölermann : Haselaus Gemeinderäte wettern gemeinsam gegen Haseldorfs Bürgermeister

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Haseldorf, Haselau und Hetlingen stehen vor einer Zerreißprobe. Die drei Gemeinden bilden gemeinsam das Amt Haseldorf – das nach dem Willen von Haseldorf und Hetlingen aufgelöst werden soll.

Haselau | Sie heißen im Volksmund die „H-Dörfer“ und waren lange eine verschworene Gemeinschaft. Nun stehen Haseldorf, Haselau und Hetlingen vor einer Zerreißprobe. Der Grund: Die drei Gemeinden bilden gemeinsam das Amt Haseldorf – das nach dem Willen von Haseldorf und Hetlingen aufgelöst werden soll. In einer Sondersitzung befassten sich Dienstagabend die Mitglieder des Haselauer Gemeindrats abermals mit der Frage Auflösung und Aufgehen im Amt Moorrege oder Weiterführung in Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Uetersen. Und haben über drei Fraktionsgrenzen hinweg einen Sündenbock ausgemacht: Haseldorfs Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU).

Das Tischtuch scheint vollends zerschnitten, so jedenfalls der Tenor der knapp einstündigen Beratungen im Jägerkrug Hohenhorst. Jahrelang habe es mit der Verwaltungsgemeinschaft keine Probleme gegeben, sinnierte Haselaus Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU). Das habe sich mit der Kommunalwahl geändert, analysierte SPD-Urgestein Rudolf Zilles den Wandel. Stellte Haseldorf bis dato den Amtsvorsteher, komme der amtierende aus Haselau. Es gehe bei der Auflösungsfrage nicht um sachliche Argumente wie das Geld. „Es ist der übersteigerte Egoismus eines Haseldorfer Bürgermeisters, es geht nur um das Ego dieses Mannes“, wetterte Zilles. Und legte nach: „Wenn er Amtsvorsteher wäre, würde er als König oben auf der Bühne tanzen.“ Sein Rat an Schölermann: „Wenn er eine Bühne braucht, sollte er zu einer Theatergruppe gehen.“

Zilles habe von vielen Haseldorfern gehört, dass sie die Nase voll von Schölermann hätten. Der für seine Zurückhaltung bekannte Herrmann ließ sich zu einer Anekdote hinreißen, die ihm zugetragen worden sei: „Wenn Uwe als Kind in der Sandkiste gespielt hat und nicht seinen Willen bekam, hat er mit Sand geschmissen.“

Sollte es im Amtsausschuss keine Mehrheit für die Auflösung geben, dann wollen Haseldorf und Hetlingen beim Kieler Innenminister die sogenannte Ausamtung beantragen. Das Ministerium sei inzwischen konsultiert worden. Klar sei: Es gebe keinen Einzelweg, betonte Herrmann. Auch eine schnelle Entscheidung gebe es nicht. Sollte Haseldorf gar vors Verwaltungsgericht ziehen, daure das Verfahren zwei Jahre.

Kommunalwahlen 2018

2018 aber stehen wieder Kommunalwahlen an. Zilles plädierte dafür, auf Zeit zu spielen. „Wir wissen nicht, was dann passiert, ob Schölermann dann noch Bürgermeister ist“, stimmte Gunter Küchler von der Freien Wählergemeinschaft Haselau (FWH) in die Taktik ein. Bis dahin solle hart verhandelt werden, insbesondere in der Kita-, Schul- und Turnhallenfrage.

FWH-Vertreter Harald Jürgs regte Verhandlungen mit Heist an. Dort könnten die Haselauer Kinder auch zur Schule gehen. „Die haben auch eine gute Turnhalle,“ sagte Jürgs in Anspielung auf Haseldorfs Investitionspläne. CDU-Fraktionschef Wilfried Plüschau riet, alle Entscheidungen erstmal zurückzustellen.

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erstellt am 18.Feb.2016 | 16:00 Uhr

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