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Wedel-Schulauer Tageblatt

03. Dezember 2016 | 22:58 Uhr

Hängepartie: Ausschuss vertagt Baubeschluss für GHS-Anbau

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Kein Baubeschluss für die Erweiterung, Thema vertagt: Stimmungsdämpfer für die Gebrüder-Humboldt-Schule kurz vor den Feierlichkeiten zu ihrem 25-jährigen Bestehen. CDU und SPD meldeten im Bauausschuss Beratungsbedarf an und wollten daher nicht über die geplante Erweiterung für die Schule abstimmen, die dringend auf Entlastung hofft.

Die Folgekosten seien ein erheblicher Faktor für die Christdemokraten, sagte Fraktionsmitglied Stephan Schwartz. Gerade die waren in der Beschlussvorlage falsch ausgewiesen. 32  150 Euro Folgekosten pro Jahr müssten eingerechnet werden. In den Unterlagen für die Ausschusssitzung standen dagegen lediglich 3000 Euro. Auch die Frage nach möglichen zusätzlichen Brandschutzmaßnahmen wollte Schwartz geklärt wissen. Sein Vorschlag: Der Baubeschluss solle in der nächsten Sitzung am 29. September wieder vorgelegt werden.

Rainer Karnstädt (FDP) ging ins Grundsätzliche: Angesichts der Haushaltslage müsse man sich die Investition – angesetzt sind 660  000 Euro im ersten Bauabschnitt – „sehr genau überlegen“. SPD-Vertreter Tobias Niemeyer ließ wie Schwartz wissen: „Die Höhe der Folgekosten ist für uns neu. Wir haben daher noch Beratungsbedarf.“ Nach guter Sitte folgte der Ausschuss.

Unverständlich für GHS-Leiter Andreas Herwig. Er sei „irritiert“ angesichts einer neuen Diskussion über die Notwendigkeit der Expansion und den Beratungsbedarf. „Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Die tatsächlichen Folgekosten waren bekannt.“ Nämlich bereits seit Ende vergangenen Jahres, wie auch Bauamtschef Klaus Lieberknecht dargelegt hatte.


Sechs Klassen über dem Soll eingerichtet


„Ich habe ausführlich belegt, wie rappelvoll unsere Schule ist“, so Herwig. Er erinnerte zudem daran, dass er auf zwei weitere Container nur unter der Bedingung verzichtet habe, dass ein schneller Baubeginn gewährleistet werde.

Mit der nun vollständig dreizügigen Oberstufe und einer vierten zehnten Klasse (wir berichteten) sowie einer DAZ-Klasse und Kapazitäten für die Inklusion habe die GHS derzeit sechs zusätzliche Klassen. Ein Kunst- und ein Computerraum seien bereits umfunktioniert worden und fehlten ebenfalls. „In der Schule und der Öffentlichkeit ist nicht mehr nachvollziehbar, warum noch weiter gezögert werden soll“, so Herwig.

Manfred Eichhorn (SPD) versuchte zu beschwichtigen: „Beratungsbedarf bedeutet nicht, dass wir alles zurückführen wollen. Aber angesichts der dramatischen Finanzsituation der Stadt brauchen wir Klarheit und Sicherheit.“ Schwartz sagte: „Der Raumbedarf ist völlig unstrittig. Aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass gerade bei schnellen Maßnahmen hohe Kostensteigerungen folgten.“ Johannes Schneider (Linke) erinnerte daran, dass auch die aufgestellten und gegebenenfalls zusätzlichen Container Geld kosten. Er wollte eine Kostenaufstellung zum nächsten Ausschuss. Ralf Sonntag dagegen sagte für die Grünen bereits Unterstützung für den Anbau zu.

Die Kosten für den Anbau am Rosengarten, in dem drei neue Räume entstehen sollen, seien bereits in den Haushalt eingestellt – kreditär finanziert, legte Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos) dar. Seine Empfehlung: Angesichts der Schuldenlast der Stadt solle der erste Bauabschnitt ausgeführt, der zweite für weitere vier Räume in einer geplanten Aufstockung am Mühlenweg aber „unter dem Gesichtspunkt der Finanzierbarkeit noch einmal genauer betrachtet werden“.

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erstellt am 10.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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