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Wedel-Schulauer Tageblatt

06. Dezember 2016 | 17:02 Uhr

Vertagte Bauentscheidung : GHS-Eltern schreiben Brandbrief

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Fassungslosigkeit und Bestürzung an der Humboldt-Schule nach Ausschuss-Entscheidung.

Wedel | Nach der Vertagung des Bauantrags für die Erweiterung der Gebrüder-Humboldt-Schule (GHS) brodelt es im Rosengarten 18. „Fassungslosigkeit“, so beschreibt der Schulelternbeirat (SEG) die Reaktion dort an der Schule. „Als Eltern, Bürger, Wähler und Schulelternbeirat bringen wir unsere große Besorgnis – gar Bestürzung – ob der jüngsten Entwicklung in Sachen Schulerweiterung zum Ausdruck“, heißt es in einer jetzt veröffentlichten Stellungnahme zu dem Bauausschussvotum.

Wie berichtet hatten CDU und SPD Beratungsbedarf angemeldet mit der Begründung, dass die Folgekosten für den geplanten Anbau falsch ausgewiesen waren. „Die ohne Erweiterungsbau unumgänglichen weiteren Container sind auch nicht zum Nulltarif zu haben“, so der SEB. „Die jährlichen Folgekosten, die jetzt zu erneutem Beratungsbedarf einiger Parteien führten, sind seit November 2015 bekannt – uns jedenfalls.“ So hatte auch die Verwaltung argumentiert, die einräumen musste, dass statt wie in der Beschlussvorlage angegeben 3000 Euro tatsächlich 32.150 Euro Folgekosten pro Jahr anzusetzen seien.

Nach aktueller Planung sollen in zwei Bauabschnitten zunächst drei, dann nochmal vier neue Räume für Entlastung an der GHS sorgen. Der Elternbeirat erinnert daran, dass sich schon 2013 der Raumbedarf abgezeichnet habe. „Bereits seit unseren offenen Briefen aus März und November 2014 begleiten wir den mit Hürden gespickten Weg zu zwingend notwendigen Klassenräumen – keine für Komfort und Luxus – in zahlreichen Ausschuss- und Ratssitzungen“, so der SEB.

Umgewidmeter PC-Raum nicht zu kompensieren

Um Luft zu schaffen für sechs benötigte zusätzliche Räume , wurden bereits zwei Container aufgestellt und zwei Fachräume umfunktioniert. Dazu der SEB: „Der umgewidmete Computerraum kann nicht kompensiert werden. Das WLAN-Netz der GHS ist eine Katastrophe. Die Nutzung privater elektronischer Medien ist daher nicht sinnvoll möglich.“ Auch der umgewidmete Kunstraum sei nicht verzichtbar.

„Wir haben geduldig von der CDU für unverzichtbar gehaltene Schulentwicklungspläne abgewartet, da die demographische Entwicklung sinkende Schülerzahlen prophezeit. Dies vor dem Hintergrund notwendiger Erweiterungen der Wedeler Grundschulen, Zuwanderung und im Speckgürtel Hamburgs“, so die Elternvertreter weiter. Nach zähem Ringen sei dann ein einstimmiges positives Votum im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport für die Erweiterung erzielt und die Mittel für den ersten Bauabschnitt in den Haushalt 2016 eingestellt worden. „Wir haben auf dringend benötigte, weitere Container verzichtet, im Vertrauen auf eine uns signalisierte Zustimmung für eine schnelle bauliche Lösung. Die Bereitschaft zu Zugeständnissen unsererseits war immer vorhanden – was ist der Dank!?“, heißt es in dem Statement.

Die Elternvertreter, gezeichnet haben Vorsitzende Antje Hellmann-Kistler, Stellvertreterin Britta Wien-Hansen und Britta Emmel, schließen ihren Brandbrief mit dem Appell an die Fraktionen: „Wir alle haben Hochachtung vor dem (politischen) Ehrenamt und Ihrer Verantwortung nebst persönlichem Aufwand. Wir betreiben – neben Familie und Beruf – ebenfalls eines. Bitte treffen Sie Ihre Entscheidung dennoch mit Herz und Verstand. Kinder sind unsere Zukunft, nur nicht kostenlos!“ Am 29. September soll sich der Bauausschuss erneut mit dem Thema beschäftigen.

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erstellt am 13.Sep.2016 | 12:30 Uhr

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