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Wedel-Schulauer Tageblatt

30. April 2017 | 20:46 Uhr

Gebrochene Helden auf den Punkt gebracht

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ausstellung Barlach-Museum zeigt Baselitz-Werke

Wieder ein großer Name, den das Ernst-Barlach-Museum nach Wedel bringt – diesmal der eines Kreativen, der die Kunst buchstäblich auf den Kopf gestellt hat. Ab 26. März zeigt das Kulturzentrum in der Mühlenstraße 1 unter dem Titel „Gebrochene Helden“ Grafiken eines der bedeutendsten deutschen Maler und Bildhauer: Georg Baselitz.

Rund 100 Arbeiten jüngeren Datums werden die Museumsleiter Heike Stockhaus und Jürgen Doppelstein präsentieren. Die Exponate stammen aus den Jahren 1995 bis 2015. Baselitz selbst beschreibt das grafische Arbeiten, mit dem der heute 79-Jährige bereits in den 1960er Jahren begann, als wichtigen Teil seines Schaffens. „Besonders die grafischen Werke bedeuten für ihn eine direkte Annäherung an das Bildmotiv“, so die Ausstellungsmacher. „Dabei setzt er sich zuerst mit dem Gegenstand als Ausgangspunkt für seine Bildfindung auseinander, segmentiert diesen, stellt ihn auf den Kopf, oder nimmt ältere Motive wieder auf und setzt sie in einen neuen, divergierenden Kontext.“

Die Auseinandersetzung mit älteren Motiven – Baselitz’ Remix-Arbeiten. Eigene Werke werden aufgenommen, reflektiert, reduziert, in neue Form gebracht. Wie seine Helden. Baselitz gehe es darum, die in den gemalten oder gezeichneten Bildvorlagen gefundene Form des Mannes, den er als einsamen, gebrochenen und verlorenen Helden vorführt, durch eine zusätzliche materialästhetische Analyse auf Papier zu festigen, so die Museumsleiter. Als eine „Korrektur oder als Verdeutlichung, als Ausrufezeichen“, wie Baselitz selbst erkläre.

Die gebrochenen Helden, die der neuen Schau ihren Titel geben, seien Männer ohne Orientierung, Sinn und Ordnung, die nichts mehr zu sagen hätten, die vor den Trümmern ihres Machtstrebens stünden, erdrückt von einer gewaltigen Lebenslüge. Eben dies komme in den ausgewählten Werken, besonders in den Remix-Arbeiten „verdichtet und fast noch pointierter zum Ausdruck als in den malerischen und zeichnerischen Vorbildern der 1960er Jahre“, so Stockhaus und Doppelstein. Die Helden-Bilder von 1965 gelten als ein Schlüsselwerk von Baselitz. Bilder, die er schuf, bevor er mit seiner Umkehrung der Motive ab Ende der 1960er international bekannt wurde.

Die Ausstellung „Georg Baselitz – Gebrochene Helden“ wird bis 10. September im Barlach-Museum zu sehen sein.

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erstellt am 08.Mär.2017 | 16:00 Uhr

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