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Wedel-Schulauer Tageblatt

08. Dezember 2016 | 23:09 Uhr

Gedenken an Hiroshima und Nagasaki : Für eine Welt ohne Kernwaffen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Friedenswerkstatt erinnert am 6. August am Mühlenteich an die Atomschläge gegen Hiroshima und Nagasaki.

Wedel | „Ich sah den Himmel vor mir in allen verschiedenen Farben aufleuchten und fühlte gleichzeitig den Geschmack von Blei in meinem Mund. Und wo wir die Stadt gesehen hatten, sah ich nun nichts außer einem Haufen kochendem Schutt. Es war ein niederschmetternder Anblick.“ Mit diesen Worten beschrieb Paul Tibbets, Pilot des Bombers „Enola Gay“, den Atombombenabwurf durch sein Flugzeug über der japanischen Stadt Hiroshima am 6. August 1945. Bis zu 80.000 Menschen verbrannten sofort durch den bis zu eine Million Grad heißen Feuerball. An den Spätfolgen der radioaktiven Strahlung sterben bis heute Menschen.

Die Friedenswerkstatt Wedel möchte am Sonnabend, 6. August, an die Toten von Hiroshima und Nagasaki – der Stätte des zweiten Atombombenabwurfs – erinnern. Ab 20 Uhr findet am Mühlenteich eine Gedenkveranstaltung statt, bei der papierne Lotosblüten mit brennenden Teelichten auf dem Teich schwimmen sollen. Die Friedenswerkstatt demonstriert mit der Aktion gleichzeitig für eine Welt ohne Atomwaffen. „Der Bombenabwurf war eine Botschaft der Amerikaner an die Sowjets und ansonsten unnötig“, so Irmgard Jasker von der Friedenswerkstatt. Befürworter der Atomschläge führen bis heute an, dass die Eroberung der japanischen Hauptinseln durch die Alliierten Millionen von Todesopfern gefordert hätte. Die USA waren im Pazifikkrieg immer wieder auf heftigen Widerstand der japanischen Armee – auch in ausweglosen Situationen – gestoßen.

 

Dagegen hielten bereits hochrangige US-Militärs zur Zeit des Abwurfs den Einsatz der Bombe für nicht zu rechtfertigen, darunter Dwight Eisenhower und Douglas MacArthur. Eine Alternative sei beispielsweise eine Demonstration der Zerstörungskraft der Atombombe über unbewohntem Gebiet gewesen.

Der Veranstaltung am Mühlenteich geht eine „Mahnwache für den Frieden“ vor der Wedeler Post am Sonnabend, 30. Juli, von 10 bis 12 Uhr, voraus. Am Hiroshima-Gedenktag selbst singt dann der Chor der Hamburger Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter. Es werden Gedichte vorgetragen und Zeitzeugenberichte aus Hiroshima verlesen. Sönke Wandschneider, Pastor im Ruhestand und Mitglied des Hamburger Forums für Frieden und Völkerverständigung spricht ab 20.45 Uhr über Atomabrüstung und Modernisierung bestehender Atomwaffen. Die Friedensandacht leitet Pastor Bernhard Thiessen um 21.20 Uhr. Das Entzünden der Teelichte und die Lichterprozession ist für 21.50 Uhr geplant.

Bereits seit 1985 gedenkt die Friedenswerkstatt in der Rolandstadt den Opfern der Atombombenabwürfe. Zum siebten Mal lassen die Teilnehmer dabei die leuchtenden Lotosblüten auf dem Mühlenteich schwimmen. „Am nächsten Tag fischen wir dann allen Abfall aus dem Teich“, so Jasker: „Es ist dann sauberer als vorher“.

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erstellt am 26.Jul.2016 | 13:00 Uhr

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