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Wedel-Schulauer Tageblatt

04. Dezember 2016 | 05:00 Uhr

Freizeitgelände für Jung und Alt

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Mehrgenerationenplatz Um an EU-Geld von der Aktivregion zu kommen, rüstet Holm seine Projektidee auf / 190 000 Investition

Jung und Alt verbringen gemeinsam ihre Freizeit – Radler auf dem Ochsenweg machen Halt für ein Picknick: So stellt sich die Holmer CDU-Fraktion die Idylle vor, die zwischen Tennisanlage und Bogenwiese, Am Meierhof, entstehen soll. Eigentlich sollte dort nur Ersatz für den bisherigen Jugendtreffpunkt an den Holmer Sandbergen geschaffen werden, der durch den vom TSV Holm gewünschten Neubau eines ligatauglichen Baseballplatzes weichen muss. Doch aus dem kleinen Projekt ist nun eine Luxus-Ausgabe entstanden. Kosten: 190  000 Euro. Nach lebhafter Debatte wurde bei nur einer Gegenstimme von CDU-Gemeindevertreter Detlef Kleinwort und der Enthaltung des fraktionslosen SPD-Manns Hartmut Kieselbach beschlossen, einen Förderantrag bei der Aktivregion zu stellen.

Auf die Idee kam Bürgermeister Walter Rißler (CDU), um über die Aktivregion an EU-Fördermittel zu kommen. „Nur ein Jugendplatz fällt aus der Förderung raus“, erläuterte er. „Wir müssen das Ding jetzt anders nennen“, betonte der Christdemokrat. So wurde die Idee für einen „Mehrgenerationenplatz auf dem Sport- und Freizeitgelände“ geboren. Diskutiert wurde das 190  000-Euro-Projekt bisher nicht.

„Wir wollten doch was für die Jugend machen, das ist hier doch eine andere Sache“, monierte Oliver Ringel (Foto, CDU). Und betonte: „Ich finde das nicht in Ordnung, das müssen wir nochmal in den Fraktionen beraten.“ Für ihn sei es ein Hinbiegen, damit man an Fördermittel komme. Diskutieren – das wollte Rißler nicht. Und betonte den Zeitdruck, weil das Projekt-Gremium der Aktivregion in Kürze tage. Das Thema habe deshalb nicht vorab beraten werden können, weil die notwendige Projekt-Begründung erst vor zwei Tagen fertig gestellt worden sei. „Wir haben nicht mehr jede Menge Zeit“, drängte er.

SPD-Fraktionschef Dietmar Voswinkel stieß in das selbe Horn wie Ringel. „Das ist überhaupt nicht das, was wir angedacht haben“, sagte er. Und kritisierte, dass es zur Erweiterung keine Einbindung der Kinder und Jugendlichen gegeben habe. Denn in die ursprüngliche Planung war die Holmer Jugend mit ins Boot geholt worden. „Wir haben nur aufgesattelt, sonst nichts“, betonte Rißler. Sein langjähriger treuer politischer Weggefährte Horst Schaper (CDU) sprang Rißler zur Seite. „Wir nehmen der Jugend nichts weg, ich bin für den Beschluss“, warb der Finanzausschussvorsitzende.

Kleinwort begründete sein Nein auch mit der extrem angespannten Haushaltslage. Die Steuersätze wurden bereits zweimal in Folge angehoben. Kleinwort: „Ich finde es sehr, sehr bedenklich.“

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