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Wedel-Schulauer Tageblatt

08. Dezember 2016 | 17:12 Uhr

„Auf der Schwelle“ : Fotos vom Leben im Frauenhaus

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Zum 30-jährigen Bestehen zeigt die Wedeler Einrichtung Fotoarbeiten von Brigitte Kraemer im Rathaus.

Wedel | Die Fotos sind in schwarz-weiß und haben dokumentarischen Charakter. Auf den ersten Blick scheinen es Schnappschüsse zu sein, spontan aus der Situation heraus entstanden. Doch rasch merkt der Betrachter eine zweite Ebene in ihnen, einen künstlerischen Ausdruck. Trotz des Szenischen besitzen die Fotografien einen Bildaufbau, der fein komponiert ist. „Auf der Schwelle. Leben im Frauenhaus“ ist eine Ausstellung betitelt, die ab Mittwoch, 9. November, für gut zwei Wochen im Wedeler Rathaus aushängt.

Die Fotoausstellung ist eine Geburtstagsschau. Im November besteht das autonome Frauenhaus Wedel seit 30 Jahren. Das soll unter anderem mit dieser Dokumentation feierlich begangen werden. Brigitte Kraemer, Fotografin der Arbeiten, hat über drei Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Frauenhäusern ihre Aufnahmen gemacht und wurde so zur Chronistin ihrer Zeit. Neben den Einblicken in eine abgeschlossene Welt zeigt die Ausstellung außerdem fünf große Portraitfotos und erzählt die Lebensgeschichten, die hinter den abgebildeten Frauen liegen. „Es wird ein naher, aber respekt- und würdevoller Einblickt ermöglicht, der sonst nicht gewährt werden kann“, schreibt das Wedeler Frauenhaus in seiner Einladung.

Jede dritte Frau betroffen

Vor rund 40 Jahren wurden die ersten Frauenhäuser von Frauen selbst in Eigenregie gegründet. Sie sollten Schutz bieten vor männlicher Gewalt, denen die Frauen ausgesetzt waren. Auch das Wedeler Haus entstand aus einem Bedarf heraus, so die Mitarbeiterinnen. Anders als damals sei mittlerweile Gewalt gegen Frauen kein gesellschaftliches Tabuthema mehr. Schutz und Hilfe für betroffene Frauen würden als staatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen, was auch der Eingang des Themas in die Gesetzgebung zeige. Dennoch ist das Problem nach wie vor relevant: „Jede dritte Frau ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer, sexueller oder psychischer Gewalt betroffen“, so die Organisatorinnen.

Das Frauenhaus Wedel nutzt das Jubiläum für eine Investition in die Zukunft. Um mobiler sein zu können, wird ein Auto benötigt, das die Begleitungen von Frauen und deren Kindern beispielsweise zu Behörden- und Gerichtsterminen erleichtert. Zudem sei damit die landesweite Vernetzungsarbeit besser zu realisieren, so die Mitarbeiterinnen. Um dem Traum näher zu kommen, wurde eine Spendensammlung gestartet. Wer das Frauenhaus in der Anschaffung eines Autos finanziell unterstützen möchte, kann das über das Konto des Fördervereins tun. Stichwort Auto: Iban DE97221517300000095303.

Die Vernissage am Mittwochabend beginnt um 19 Uhr. Für Gespräche steht die anwesende Künstlerin zur Verfügung. Außerdem werden Mitarbeiterinnen der Wedeler Einrichtung während der Laufzeit der Schau an zwei Tagen im Rathaus anwesend sein. Wer Fragen hat sowie einen Austausch oder Ansprechpartner sucht, findet sie am Dienstag, 15., sowie am Donnerstag, 24. November, vor Ort.

Vernissage ist am Mittwoch, 9. November, um 19 Uhr. Die Künstlerin wird anwesend sein. Bis zum 24. November sind die Fotografien im Rathaus montags bis mittwochs 8.30 bis 16 Uhr, donnerstags 8.30 bis 19 Uhr sowie freitags 8.30 bis 13 Uhr zu beschauen. Mitarbeiterinnen des Wedeler Frauenhauses stehen am Dienstag, 15. November, von 10 bis 12 Uhr und am Donnerstag, 24. November, von 15 bis 17 Uhr, vor Ort für Fragen und Austausch zur Verfügung.
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erstellt am 28.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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