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Wedel-Schulauer Tageblatt

08. Dezember 2016 | 07:07 Uhr

Folgenreiche Brückensanierung

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

NeubauplanungMarodes Bauwerk am Langen Damm muss ersetzt werden / Einzige Straße Richtung Fährmanssand vier Monate gekappt?

Es ist ein düsteres Bild, das der Elmshorner Ingenieur Thomas Iwers im Bauausschuss vom Zustand der Brücke Langer Damm über die Hetlinger Binnenelbe malt: Die Widerlagerwand – der Sockel an der Uferböschung – extrem ausgewaschen und teils weggebrochen. Abplatzungen an den Pfählen des Überbaus. Und ein Spannstahl, der korrodieren und ohne Vorankündigung reißen kann. Laut Iwers bedeutet dies: „Die Brücke könnte ohne vorherige Hinweise auf Schäden einstürzen.“

Zwar sei, so Bauamtschef Klaus Lieberknecht , die Verkehrssicherheit noch gewährleistet. Dennoch besteht dringender Sanierungbedarf. Das heißt hier: Neubau. Ein Projekt, das nicht nur Wedels Haushalt belastet. Es wird auch erhebliche Konsequenzen für Café, Gaststätte und landwirtschaftlichen Betrieb von Fährmannssand haben. Denn der Lange Damm ist die einzige öffentliche Zuwegung zu dem beliebten Ausflugsziel in der Wedeler Marsch. Und das wird nach derzeitigem Planungsstand rund vier Monate nicht erreichbar sein.

Zwar sei es laut Iwers möglich, einen neue Brücke parallel zur alten zu errichten, um die Erreichbarkeit zu gewährleisten. „Aber das bedeutet einen erheblichen Aufwand und erhebliche Kosten.“ Mit 500  000 Euro bezifferte Lieberknecht nach ersten Schätzungen den Neubau. Zuschüsse oder Anliegerbeiträge? Fehlanzeige. Eine Brücke neben der alten zu installieren, um das abgängige Bauwerk bis Inbetriebnahme der neuen Konstruktion zu nutzen, würde zusätzliche Kosten in Höhe von rund 150  000 Euro bedeuten. Also gilt die Marschrichtung: Erst Abriss, dann Neubau an gleicher Stelle.

Bauzeit soll Januar bis April 2018 sein – „um die Belastungen so gering wie möglich zu halten“, so Lieberknecht. Denn auch eine Nutzung des Deichverteidigungswegs – der Weg über die Deichstraße und den Deich entlang, über den der Schwerlastverkehr im Zuge des Dükerbaus in Hetlingen abgewickelt wurde – sei ausgeschlossen. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) habe der touristischen Nutzung eine Absage erteilt, sagte der Bauamtschef. Lediglich für Anlieferungen, Müllabfuhr oder als Rettungseinsätze könne die Straße am Deichfuß dienen.

Lieberknecht teilte zudem mit, dass bereits Gespräche mit Fährmanssand-Inhaber Karl-Heinz Körner liefen. Der bestätigte dies auf Anfrage unserer Zeitung – und ist wenig begeistert von den Plänen. Zwar nutze er den Januar in der Regel für eine gastronomische Betriebspause. Mit dem Februar jedoch sei je nach Witterung häufig Hochbetrieb. Und Entschädigungen für die Einnahmeausfälle, so viel sei bereits geklärt, könne er nicht erwarten. Hinzu kommen für Körner erhebliche Einschränkungen für seien landwirtschaftlichen Betrieb. Viele seiner Schafswiesen liegen jenseits der Brücke. Die Tiere müssten ohne Brücke verladen und transportiert werden – bedeutet viel Zeitaufwand und lange Wege.

„Sicher, eine neue Brücke muss sein. Aber das kann heutzutage doch keine vier Monate dauern“, sagt Körner mit Verweis auf vorgefertigte Baumodule, die erheblich Zeit einsparen müssten. Wichtig sei zudem, die Deichüberfahrmöglichkeit beim Sperrwerk während des Baus zu gewährleisten. Sonst bricht selbst die Versorgung über den Deichverteidigungsweg ab. Wie berichtet soll auch diese Überwegung, die zurzeit mit einer Behelfsbrücke gesichert ist, saniert werden. Laut Lieberknecht will Wedel dies mit dem zuständigen LKN klären. Ebenso wie alternative Möglichkeiten beim Brückenbau. „Wir sind erst am Anfang der Planungen“, so der Bauamtschef.

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erstellt am 10.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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