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Wedel-Schulauer Tageblatt

10. Dezember 2016 | 19:31 Uhr

Sozialausschuss auf Ortstermin : Flüchtlinge sind in Holm gut untergebracht

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Holm | Gleich zwei Begehungen haben die Mitglieder des Holmer Sozialausschusses während ihrer Sitzung am Dienstagabend auf dem Programm gehabt. Eine dreiviertel Stunde wurde das Tine-Kropp-Jugendhaus auf Herz und Nieren geprüft. Ergebnis: Es gibt weiterhin Sanierungsbedarf. Im Anschluss ging’s zu den drei neuen Asylbewerber-Unterkünften im Lehmweg, die die maroden Schlichtwohnungen ersetzen. Von den 18 neuen Plätzen sind derzeit fünf mit Asylsuchenden belegt.

Die Ausschussmitglieder zeigten sich von den 60 Quadratmeter großen Mobilhäusern, die vom Amt Moorrege auf sechs Jahre von der Firma „Häuser auf Zeit GmbH“ für 380 Euro Monatsmiete pro Bett geordert wurden, begeistert. Die Miete wird auch dann fällig, wenn die Plätze nicht belegt sind. Geld vom Land gibt es nur bei Belegung.

Ausschussvorsitzender Norbert Steenbock (SPD) war erstaunt, wie ausgeklügelt die Häuser sind. „Das ist ja beinahe wie auf einem Schiff, überall gibt es sogar Radio- und Fernsehanschlüsse, so dass in allen Räumen unterschiedliche Programme laufen können“, sagte Steenbock. Das ist allerdings erst dann möglich, wenn die Satellitenschüsseln montiert sind. Dies soll in Kürze erfolgen, so Bürgermeister Walter Rißler (CDU). „Wer aus schlechten Verhältnissen in einem Kriegsgebiet kommt, für den muss es hier sein wie im Hotel Atlantik neben Udo Lindenberg zu residieren“, sagte Steenbock.

Ein Haus nur für Frauen

Wolfgang Aschert, einer der beiden Flüchtlingsbetreuer des Amts Moorrege, gab einen aktuellen Überblick. Derzeit sind in den sieben amtsangehörigen Gemeinden 373 Asylbewerber in 66 Immobilien untergebracht. In Holm wurden inklusive der drei neuen Mobilhäuser zehn Immobilien angemietet. 47 Menschen sind in der Gemeinde untergebracht. „Inwieweit diese Zahl noch aktuell ist, kann derzeit nicht ermittelt werden, weil fast täglich Um-und Wegzüge ohne Wissen des Fachbereichs erfolgen“, betonte Aschert. CDU-Gemeindevertreter Horst Schaper kommentierte die Zahlen mit den Worten: „Holm ist ja gut belegt mit 47 Bewerbern.“

Eins der Mobilhäuser solle nur mit Frauen besetzt werden, berichtete der Flüchtlingsbeauftragte. Derzeit leben dort zwei, eine von ihnen wohnt seit drei Jahren im Dorf, vorher hat die Iranerin ein Jahr in Italien gelebt.

Alleinreisende kommen nach Worten Ascherts ziemlich gut selbst zurecht. Probleme gäbe es eher mit Familien. „Die Frau ist für die Kinder zuständig, der Mann bestimmt,“ so Aschert. Wenn Frauen durch den Mann die Teilnahme am Deutschkursus verboten werde, gebe es Sanktionen. Aschert: „Das wird auch durchgezogen.“

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