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Wedel-Schulauer Tageblatt

07. Dezember 2016 | 17:30 Uhr

Entwicklungsprojekt : Familie aus Wedel hilft in Ostafrika

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Orge und Antje Balack gründeten 2011 den Verein Amuka im Dorf Bugobero in Uganda.

Wedel/Uganda | Brieffreundschaften können Horizonte erweitern. Verständnis für einander schaffen. Und manchmal können sie das Leben eines ganzen ostafrikanischen Dorfs verändern und das einer Wedeler Familie gleich dazu. Im Jahr 2000 nahmen Orge und Antje Balack Kontakt mit Stephen und Elizabeth in Uganda auf.  Die Briefe gehen hin und her, man versteht sich, der christliche Glaube verbindet. 2007 beschließt Antje gemeinsam mit der ältesten Tochter das kleine Land im Osten Afrikas zu besuchen. Im Anschluss an den Besuch überlegen die Balacks, wie sie die arme bäuerliche Region unterstützen könnten.

„Wir sind schließlich auf das Programm Anamed gestoßen“, erklärt Orge. Das von einem deutschen Apotheker ins Leben gerufene Projekt soll in Entwicklungsländern systematisch Wissen über Heilpflanzen vermitteln. Die Balacks besuchten Seminare in Deutschland, ihre ugandischen Freunde vor Ort. 2010 legten sie gemeinsam im Ort Bugobero einen Heilpflanzengarten an. Der Garten dient bis heute als Ort der Demonstration. Kinder- und Frauengruppen erhalten dort Einführungen in den richtigen Umgang mit Heilpflanzen, so erfahren sie beispielsweise, dass Aloe Vera gegen Verbrennungen hilft. Das gewonnene Wissen tragen sie anschließend weiter. 2011 gründeten die Balacks und ihre Freunde vor Ort  den Verein Amuka. Der Name ist Kisuaheli und bedeutet so viel wie „Wach auf!“.

„Durch die Armut und die Hoffnungslosigkeit in der Region, sind viele Menschen sehr lethargisch“, sagt Orge. Amuka wolle besonders Jugendliche dazu anregen, vernünftige Entscheidungen für ihr Leben zu treffen. Zu diesem Zweck betreuen sie mittlerweile 34 Kinder im Grundschulalter und vermitteln Paten in Deutschland. Orge: „Die Kinder kommen aus sehr armen Verhältnissen, es sind viele Aids-Waisen darunter.“ Durch die Patenschaft wird der Besuch einer Privatschule möglich, die wesentlich besseren Unterricht bieten. „In den öffentlichen Schulen sitzen bis zu 100 Kinder in einer Klasse, die meisten können dem Unterricht irgendwann nicht mehr folgen“, so der Wedeler.

Tabea Balack unterstützt lokale Zahnärzte bei der Visite im Dorf.

Tabea Balack unterstützt lokale Zahnärzte bei der Visite im Dorf.

Foto: PT
 

Bisher ermöglichte Amuka bereits sechs jungen Menschen eine Ausbildung zu absolvieren, gerade beendete ein junger Mann mit Hilfe des Vereins sein Bauingenieursstudium. Außer der Schulbildung vermittelt Amuka auch christliche Werte. Orge: „Die Jugendlichen fragen vor allem, wie ein stabiles Familienleben möglich ist. Die meisten von ihnen haben leider keine guten eigenen Erfahrungen gemacht.“

Die Balacks haben mittlerweile ein eigenes Haus in Bugobero.  Dort lebt zur Zeit die älteste Tochter der Familie, Tabea. Nach der Fachhochschulreife am Johann-Rist-Gymnasium verbringt sie nun Zeit in Ostafrika. Unter anderem assistierte sie örtlichen Zahnärzten bei ihren Visiten in der Gegend und kümmert sich um zwei Kinder. Hilfe bekommt sie von Mutter Antje – die ist gerade wieder nach Uganda aufgebrochen.

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erstellt am 01.Aug.2016 | 14:15 Uhr

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