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Wedel-Schulauer Tageblatt

27. September 2016 | 12:25 Uhr

Es geht um die Existenz des Reepi

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Sanierungsfall Die Politik muss sich entscheiden / Kostenvolumen für Umbau auf 50 000 bis 60 000 Euro veranschlagt

Nach Werner Wietecks Tod im April dieses Jahres fanden der Förderverein für Wedels ältestes Fachwerkhaus und die Stadt in Kai Picht einen neuen Wirt, der den Betrieb des denkmalgeschützten Reepschlägerhauses weiterführt – jedenfalls erst einmal. Bis Ende Oktober hat der Caterer eine städtische Konzession. Und auch danach möchte er gern weitermachen. Dem stehen weder Förderverein noch Verwaltung im Wege. Aus zehn Angeboten hat die Bewerbung des Interimskandidaten die Förderer am nachhaltigsten überzeugt. Doch die Bestimmungen der Lebensmittelaufsicht könnten dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen. Das Reepschlägerhaus muss nämlich nachgerüstet werden. Hauptknackpunkt der Gewerbeaufsicht: Die Situation zwischen Küche und Toilettentrakt. Wollen Besucher auf die Toilette gehen, führt ihr Weg durch die Zubereitungszone.

Eine Sanierung aber kostet Geld. Und das muss die Politik bereitstellen. Um die Mitglieder im zuständigen Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport schon einmal mit dem Problem vertraut zu machen, hat die Verwaltung für die nächste Sitzung am Mittwoch, 28. September, eine Mitteilungsvorlage erarbeitet. Darin stellt sie erste Ideen für eine Lösung vor. Zum einen könne ein Anbau erfolgen. Den gab es bereits in grauer Vorzeit, erzählt Burkhard Springer, zuständiger Fachdienstleiter. Er erstreckte sich entlang des Gertrud-Seele-Weges und wurde im Übrigen vor rund 20 Jahren schon einmal angedacht. 180  000 Euro veranschlagt die Verwaltung für die Idee, die allerdings „denkmalschutzmäßig bisher nicht näher geprüft“ sei. „Sicher zu teuer“, urteilt Springer auf Nachfrage.


Lösungen sind technisch knifflig


Die zweite Idee, der Innenausbau, sei eher möglich. Doch der ist schwierig. Neben den begrenzten Quadratmetern im Erdgeschoss macht den Planern auch die Frage nach der Toilettenanzahl sowie nach der Notwendigkeit einer Behindertentoilette Sorgen. Da gebe es in historischen Gebäuden Ermessensspielräume. „Kriegen wir es überhaupt technisch hin?“, sei in dieser kniffligen Raumsituation die grundsätzliche Frage.

Auch wenn noch keine zufriedenstellende Lösung für die Innensanierung gefunden ist, geht eine Architektenschätzung für die „eigentliche Umgestaltung“ von 40  000 Euro aus, so die Verwaltungsmitteilung. Insgesamt sei ein Kostenvolumen von 50  000 bis 60  000 Euro zu veranschlagen. Mit Luft nach oben. Denn eventuelle Brandschutz- und Elektroinstallationen sind noch nicht mitgerechnet.

„Der vorliegende Vorschlag ist inhaltlich noch nicht voll überzeugend, gleichwohl als Anhaltspunkt für die möglichen Kosten ausreichend“, befindet das Papier. Der Verwaltung geht es zu diesem Zeitpunkt nicht um fertige Angebote. Man sei für Ideen offen, betont Springer. Erforderlich ist, dass sich die Politik positioniert. „Wir brauchen Klarheit darüber, wie es mit dem Haus weitergehen soll.“ Vor dem Hintergrund der städtischen Sparbemühungen habe man bewusst keine Beschlussvorlage erstellt. Es gilt, den politischen Willen zu eruieren. Soll der Betrieb der Teestube und der Galerie erhalten bleiben, müsse im nächsten Jahr gehandelt werden. „Pächter, Förderkreis und Stadt brauchen Sicherheit“, so Springer. Entscheidet sich die Politik gegen einen Weiterbetrieb, muss darüber diskutiert werden, was dann mit dem Gebäude geschieht.

 

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