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Wedel-Schulauer Tageblatt

09. Dezember 2016 | 22:17 Uhr

Erstes Nein zum neuen Amtsnamen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

votum Moorreger Rat lehnt Umbenennung ab

Amt Geest und Marsch Südholstein (Gums) − der neue Name für das Amt Moorrege sorgt weiter für Diskussionen. Nachdem mehrere Gemeindevertretungen dem Namen zugestimmt hatten, lehnten die Moorreger Kommunalpolitiker diesen nun ab. Folgen dürfte dies allerdings nicht haben, da es sich bei der Entscheidung der Gemeindevertreter lediglich um eine Stellungnahme handelt.

„Ich hätte mir gewünscht, dass der Name erhalten bleibt“, machte Moorreges Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (Foto, CDU) während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung seine Position deutlich. Der Name besitze eine 70-jährige Geschichte. „Und ich sehe keine Notwendigkeit für eine Änderung“, so Weinberg. Zudem habe es in dem öffentlichen Wettbewerb lediglich 72 Rückmeldungen gegeben. Die große Mehrheit wolle anscheinend den derzeitigen Namen behalten, meint Weinberg. Sein Parteikollege Georg Plettenberg erinnerte daran, dass 49 der 84 Ämter in Schleswig-Holstein die Ortsbezeichnung des Amtsstandorts im Namen tragen.

SPD-Fraktionschef Dirk Behnisch betonte hingegen, dass die meisten Wettbewerbs-Teilnehmer aus Moorrege stammten und deren Mehrheit wiederum für eine Namensänderung votiert habe. Sein Parteikollge Thomas Kasimir sagte: „Es fängt eine neue Ära an, da muss man alle Befindlichkeiten berücksichtigen.“

Einbezogen wurde während der Namensfindung unter anderem der Einspruch der Gemeinde Appen gegen den Vorschlag Amt Pinneberger Geest und Marsch. Der Hinweis auf die Stadt Pinneberg sei unglücklich, so die Appener Lokalpolitiker. Im Amtsausschuss einigte man sich schließlich auf die Südholstein-Version, die mit breiter Mehrheit beschlossen wurde.

Das ablehnende Votum im Moorreger Gemeinderat war hingegen nicht einstimmig. Während die CDU-Vertreter geschlossen gegen den neuen Namen stimmten, erteilten SPD und Grüne − bei einer Enthaltung − ihre Zustimmung.

Der Umbenennung des Amts dürfte allerdings auch mit dem Moorreger Votum nichts im Wege stehen. „Ich gehe davon aus, dass es keine Auswirkungen hat“, sagte Amtsdirektor Rainer Jürgensen (Foto). Nur wenn mehrere Gemeinden den vom Amtsausschuss beschlossenen Namen abgelehnt hätten, würde das zuständige Innenministerium in Kiel eventuell hellhörig werden, so Jürgensen. Dennoch könne er das Votum aus Moorrege verstehen. „Es ist doch klar, dass sie sich über die Änderung nicht freuen.“

Bis auf Moorrege haben allerdings alle bislang befragten Gemeindevertretungen zugestimmt − in der Regel mit breiter Mehrheit. So auch jüngst Neuendeich. Bei drei Enthaltungen gaben die Gemeindevertreter am Mittwochabend grünes Licht.

Offen sind nun nur noch die Abstimmungen in Heidgraben und Groß Nordende. Während der Sitzung am 16. November muss der Kreistag über das Thema diskutieren und eine Stellungnahme abgeben. Das letzte Wort hat schließlich Kiel. Laut Rainer Jürgensen erwartet das Innenministerium die Unterlagen am 18. November.

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