zur Navigation springen

Wedel-Schulauer Tageblatt

09. Dezember 2016 | 10:51 Uhr

Einstimmig für den Hotel-B-Plan

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Beschluss Fraktionen stoßen Bauleitplanung für Herzstück des Hafens an / SPD will Wirtschaftlichkeitsprüfung / FDP übt Verwaltungsschelte

Einstimmig haben die Fraktionen im Planungsausschuss die Aufstellung des B-Plans für ein Hotel am Kopfplatz des neuen Schulauer Hafens beschlossen. Ein Votum, das als Grundsatzbekenntnis für jenes Projekt verstanden werden kann, das Anlass für die notwendige Änderung mit dem Namen „Teilbereich Hafenkopf“ ist. Auf die Ausschreibung der Stadt für die Realisierung eines Kernstücks der Maritimen Meile hatte die Hiltrud Hesse KG Pläne für einen markanten Rundbau mit Erweiterungsoption und insgesamt 320 Betten vorgelegt – und die Verwaltung überzeugt. Ein politisches Meinungsbild stand bislang noch aus.

Bei aller Einmütigkeit im Beschluss gab es dennoch Zusatzforderungen seitens der SPD und Verwaltungsschelte von der FDP. Die Sozialdemokraten verlangten per Ergänzungsbeschluss ein Hotelkonzept mit zehnjähriger Wirtschaftlichkeitsplanung durch den Investor. Die Stadt solle ihrerseits das Konzept durch eine Hotelberatungsgesellschaft auf Plausibilität und Machbarkeit prüfen lassen.

Den Grund erklärte Rüdiger Fölske, Bürgerlicher für die SPD in dem Gremium: Der Erfolg des Hotelprojekts sei elementare Grundlage für den Erhalt der Investitionszuschüsse, da sicher und dauerhaft Arbeitsplätze geschaffen werden müssten. Wie berichtet fließen für den Hafenumbau inklusive Schaffung des Kopfplatzes Städtebaufördermittel. Rund zwei Drittel kommen aus Fördertöpfen, ein Drittel trägt Wedel. Tatsächlich müssten Stadt und Politik dem Projekt mit großem Verantwortungsbewusstsein entgegentreten, pflichtete Ausschusschef Michael Schernikau (CDU) Fölske grundsätzlich bei. Angesichts des Verfahrensstands riet er der SPD jedoch zu überlegen, den Antrag zu einem späteren Zeitpunkt zu stellen. Tatsächlich stellten die Sozialdemokraten ihr Papier am Ende nochmal zurück.

Kritik gab’s dagegen von Martin Schumacher. Der Liberale schoss scharf Richtung Verwaltung, respektive Bauamt. „Mit Ihrem Verhalten haben Sie der Kommunalpolitik geschadet, weil Sie verhindert haben, dass wir über Alternativen zu dem Projekt überhaupt nachdenken konnten.“ Schumachers Vorwürfe: Die Verwaltung habe das Hotelprojekt an der Badebucht nicht ernsthaft geprüft und bereits vor Jahren gestellte Fragen nach möglichen Realisierungshindernissen nie beantwortet. Zudem habe die Stadt eine Anfrage Richtung Kiel verschleppt, inwieweit Fördergelder zurückgezahlt werden müssten, wenn statt reiner Hotelnutzung auch Wohnungen in das Hafenkopfgebäude kommen.

Er finde es sehr bedauerlich, dass das Hotelprojekt von der FDP für Verwaltungsschelte genutzt werde, bemerkte Bauamtschef Klaus Lieberknecht merklich angefressen. Er habe mehrfach in persönlichen Gesprächen erklärt, dass er dringend von der Anfrage ans Innenministerium bezüglich der Fördergelder abraten würde. „So etwa kann uns, sollte das Projekt schiefgehen, wieder ans Bein laufen“, so Lieberknecht.

Zum B-Plan-Verfahren an der Badebucht erläuterte Karl-Heinz Grass aus der Stadtplanung: Es sei kommuniziert worden, dass der B-Plan für das Hafen-Hotel in erster Priorität bearbeitet werde und man an der Badebucht erst weitermache, wenn man am Hafen nicht vorankomme.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen