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Wedel-Schulauer Tageblatt

05. Dezember 2016 | 15:40 Uhr

Brückensanierung Langer Damm : Einschränkungen statt Mehrkosten

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Fährmannssand und die Vogelstation drohen vier Monate lang abgeschnitten zu werden.

Wedel | Problembaustelle alte Brücke Langer Damm: Sowohl auf Fährmannssand als auch an der Carl Zeiss Vogelstation hatte man gehofft, dass der fällige Ersatz des maroden Bauwerks weniger Einschränkungen mit sich bringen würde als befürchtet. Die Hoffnungen werden offenbar enttäuscht. Zum Bauausschuss am 1. Dezember liegt den Fraktionen ein Beschlussvorschlag zur Herstellung der Brücke über die Hetlinger Binnenelbe „in unveränderter Lage“ vor. Konsequenz bei Beschlussfassung: Sowohl die Gaststätte als auch das Naturschutzzentrum sind voraussichtlich mindestens vier Monate vom motorisierten Ausflugsverkehr abgeschnitten. Erreichbar blieben beide lediglich zu Fuß oder per Rad – über Deichstraße und Lüttsandsdamm oder aber über Hetlingen.

Wie berichtet weist das Bauwerk aus dem Jahr 1959 massive Schäden auf. Zudem wurde ein Spannstahl verwendet, der ohne Vorankündigung zum Einsturz der Brücke führen kann. „Die Erneuerung der Brücke ist unerlässlich“, schreibt die Verwaltung daher in ihrer Vorlage. Ein Vorhaben, bei dem ursprünglich geplant gewesen sei, die Erreichbarkeit der Grundstücke jenseits der Binnenelbe auch während der Bauphase zu gewährleisten. Der Ansatz, die neue Brücke parallel zur alten zu bauen, und diese erst bei Fertigstellung abzubrechen, wurde jedoch verworfen. Aus wirtschaftlichen Gründen, wie es seitens der Verwaltung heißt. Der Neubau, für den 530.000 Euro kalkuliert sind, würde sich so um mindestens 150.000 Euro verteuern, sagt die Stadt. Ähnliche Kosten würde demnach die zweite Variante, eine Behelfsbrücke, verursachen. Empfehlung der Verwaltung: lieber Einschränkungen als Mehrkosten.

Einer alternativen Nutzung der Deichverteidigungsstraße erteilte das zuständige Landesamt für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) eine Absage. Nur Anwohner und Grundstückseigner dürfen diesen Weg nutzen. Und Rettungsfahrzeuge. Um dies zu ermöglichen soll die Brückenerneuerung erst im unmittelbaren Anschluss an die Sanierung des Sperrwerk-Überwegs erfolgen, die bereits begonnen hat. Als Zeitraum setzt die Verwaltung Oktober 2017 bis April 2018 an – eine Phase außerhalb der Hauptsaison, „um die Einschränkungen für den Ausflugsbetrieb zu minimieren“. Fertigbauteile sollen die Bauzeit gering halten, die je nach Witterung noch kürzer als vier Monate ausfallen könne, heißt es in der Vorlage. Und die Stadt stellt bereits klar: Rechtlich besteht kein Anspruch auf ungehinderten Zugang zu einem Grundstück. Gemäß Straßen- und Wegegesetz müsse ein Gewerbetreibender Einschränkungen hinnehmen, solange der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit nicht verletzt, keine vermeidbare Bauverzögerung verursacht und der betroffene Betrieb nicht in seiner Existenz gefährdet werde.

Sorge um Gäste von außerhalb

Indes: Das eine ist die Gesetzeslage, das andere die Beteiligung der Betroffenen. Seit Bekanntwerden der Pläne habe sich mit ihm niemand mehr in Verbindung gesetzt, sagte Fährmannssand-Inhaber Karl-Heinz Körner gestern am Tageblatt-Telefon. „Für mich unverständlich“, so Körner. Auch Vogelstationsleiter Marco Sommerfeld meint: „Man hätte mit uns sprechen sollen, wie wir uns das vorstellen.“

Er fürchtet, dass mit der Brückensanierung ein merklicher Besuchereinbruch einhergeht. Im Februar kamen bei entsprechender Witterung schon gut 1100 Besucher. „Der März und insbesondere der April sind schon die besten Monate im Jahr“, so Sommerfeld. Zudem sei es schwierig, die Einschränkungen zu kommunizieren, „da viele Gäste aus allen Ecken Hamburgs beziehungsweise aus der Metropolregion bis Lübeck und Kiel kommen“. Auch Fährmannssand habe ein großes Einzugsgebiet. Umstände, die bislang offenbar noch unberücksichtigt geblieben seien, so Sommerfeld.

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erstellt am 22.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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