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Wedel-Schulauer Tageblatt

04. Dezember 2016 | 11:16 Uhr

Diese Bilder regen die Fantasie an

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Reepschlägerhaus Tobias Hartmann stellt zum ersten Mal in Wedel aus / Förderverein sammelt Spenden für Umbau

Wie ein Außerirdischer schwebt ein Kran im Unbestimmbaren. Andere Kräne stelzen wie langbeinige Vögel einher, auch sie in einem vagen Umfeld aus zumeist hellen Farben. Ein rot-beringter Leuchtturm zielt wie ein Kanonenrohr ins Nichts. Wie auf einer Welle in große Höhe geworfen segelt ein Boot daher, eine Nackte posiert auf so etwas wie einer Drehscheibe: Bilder von Tobias Hartmann, die bis zum 15. Januar im Reepschlägerhaus zu sehen sind.

Was sie alle gemeinsam haben, ist die faszinierende Spannung zwischen einer geradezu fotografisch genauen Wiedergabe inmitten völlig abstrakter Komposition. Gegenständliche Wirklichkeit umgeben vom totalen Chaos? Hier und da kann man mit etwas Fantasie nachhelfen: Steht Venedigs Turm von San Marco etwa auf einem Nachttisch? Setzt der behäbige Eiffelturm gerade an, ein Gewürm zu zerquetschen?


Mischung des Materials bleibt geheim


Etwa 20 jüngere Arbeiten zeigt der 38-jährige Künstler, kleine und großformatige, käuflich erwerbbar zu Preisen ab 300 Euro bis in den vierstelligen Bereich. Er bringt seine Kunst zum ersten Mal nach Wedel – nach Ausstellungen in vielen deutschen Städten und darüber hinaus in Mailand oder Santa Fe, New Mexico. Dabei ist die Rolandstadt ihm eigentlich sehr nahe: Er wohnt in Pinneberg, arbeitet mal in Hamburg, mal auf Amrum. Und er reist viel und gern.

Was er malt, habe viel mit persönlichen Erlebnissen und Empfindungen zu tun, verriet er dem Vernissage-Publikum. Wie er malt, hielt er geheim. In den Farb- und Materialmischungen stecke viel Arbeit und langes Üben, da wolle er seine Technik lieber für sich behalten, entschuldigte Hartmann seine Verschwiegenheit. Immerhin so viel: Bis zu 20 Schichten trage er auf, um den gewünschten Bildeffekt zu erzielen.

Er malt seit seinem fünften Lebensjahr. „Du bist ein Künstler“, habe sein Vater, ebenfalls Maler, ihn damals gelobt. Und außerdem: Als er in der zweiten Grundschulklasse auf einen Zettel mit Rechenaufgaben keine Lösungen schrieb, sondern ein Schiff malte, habe ihm die Lehrerin von einer Mathematikerkarriere abgeraten. So wurde er Maler, Designer, Schriftsteller. Und das mit sehr bemerkenswerten Ergebnissen, wie die Schau im Reepschlägerhaus deutlich macht. Amüsant erzählen kann er auch.

Bernd Vorwerk vom Förderverein des Reepschlägerhauses nutzte die Vernissage, um Spenden einzuwerben. Denn das denkmalgeschützte Bauwerk braucht teure Sanierungsmaßnahmen, um weiterhin seine Funktionen als kultureller Treff mit gastronomischer Note erfüllen zu können. Etwa 20  000 Euro seien nötig. Am Happy End der Sponsorensuche hegte Vorwerk aber keine ernsten Zweifel und so stellte er schon einmal das Programm für 2017 vor.


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