zur Navigation springen

Wedel-Schulauer Tageblatt

06. Dezember 2016 | 15:12 Uhr

Stadtwerke Wedel : Die Zukunft im Blick

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Zwischenbilanz „Sonnendach“: 40 Anlagen im Einsatz. Versorger schmiedet weitere Kooperationen für saubere Energie.

Wedel | Eine neue Solarstromerzeugung auf dem Kleinwort-„Obstparadies“ in der Wedeler Marsch, ein großer neuer Wärmespeicher in der Bekstraße kurz vor der Inbetriebnahme, Überführung des bisher größten Onshore-Windparks in das kommunale Gemeinschafts-Portfolio, Kompetenzbündelung mit der Wedeler Solarnova Deutschland GmbH als Spezialist für Photovoltaikanlagen beim neuen Produkt „Mein Sonnendach“. Bei den Stadtwerken Wedel ist Innovation praktisch überall zu spüren.

„Jeden Tag an morgen denken“, das sei die Maxime des kommunalen Versorgers, um den rasanten Veränderungen im Bereich von Energieproduktion und –vertrieb zu begegnen, machten Geschäftsführer Adam Krüppel und Projektmanagerin Dr. Verena Schmitt deutlich, als sie gemeinsam mit Öko-Landwirt Dirk Kleinwort dessen neue Sonnenstromproduktion auf dem Kühlhaus einweihten. 230 Quadratmeter Fläche, 140 Photovoltaik-Module mit jeweils 284 Watt Leistung. Genug um unter idealen Bedingungen bis zu 35.000 Kilowattstunden (kWh) im Jahr zu erzeugen, etwa 97 Prozent des Stromverbrauchs im Obstparadies.

Nutzer zahlt nur die Pacht

Das Besondere an diesem „Sonnendach“-Projekt: Die Stadtwerke übernehmen die Finanzierung, Solarnova den Aufbau und die Wartung. Der Nutzer zahlt nur die Pacht, die auch die Versicherung abdeckt. Der erzeugte Strom wird direkt in den Hausverbrauch eingespeist. Für Kleinwort bedeutet das unter dem Strich eine jährliche Ersparnis von rund 3000 Euro.

40 Mal ist „Mein Sonnendach“ schon verkauft worden. Noch funktioniert das allerdings nur bei einzelnen Gewerbebetrieben und Einfamilienhäusern. Das grenzt die Zahl möglicher Kunden ein. Aber die Stadtwerke arbeiten bereits an einem Abrechnungsmodell, das für Mehrparteienbauwerke geeignet sein wird, verriet Pressesprecherin Natali Steffens. Sie kennt auch den Vorteil des direkten Eigenverbrauchs: Die Vergütung der ins allgemeine Netz gelieferten Energie sei stark gesunken, andererseits steige der Strompreis für die Abnehmer. Das mache es unwirtschaftlich, allen Strom abzugeben und den Eigenbedarf wie früher aus dem Netz zu beziehen.

Effizientere Nutzung: Florian Kuhnt (l.) und Ahmet Dedemen schließen den neuen Wärmespeicher am TSV-Gelände in der Bekstraße an.
Effizientere Nutzung: Florian Kuhnt (l.) und Ahmet Dedemen schließen den neuen Wärmespeicher am TSV-Gelände in der Bekstraße an. Foto: Stolzenberg
 

Daneben sind noch ganz andere umweltfreundliche Projekte im Fokus der Stadtwerke. Beim Wedeler Turn- und Sportverein (TSV) in der Bekstaße schließen Techniker Ahmet Dedemen und sein Helfer Florian Kuhnt dieser Tage einen Wärmespeicher ans Netz. Mehrere andere gibt es bereits. Sie fangen Bedarfsschwankungen auf und ermöglichen so eine effizientere Nutzung, etwa von gasbetriebenen Heizungsanlagen. Bei all diesen Neuerungen ist Kooperation ein wichtiger Gesichtspunkt. Beim „Sonnendach“ ist mit Solarnova ein lokaler Anbieter dabei. „Wir sind im Nu da, wenn irgendwo mal etwas nicht richtig funktionieren sollte“, stellte Account-Managerin Petra Schmigalle als ihren großen Vorteil heraus.

Bei der Stromerzeugung setzen die Stadtwerke auf Zusammenarbeit mit zuverlässigen Windparkbetreibern wie Trianel Erneuerbare Energien (TEE), eine führende Kooperation von Stadtwerken in ganz Europa. Mit ihr haben die Wedeler gerade den bisher größten Onshore-Windpark in das kommunale Gemeinschafts-Portfolio überführt, einen 33-MegaWatt-Windpark in Brandenburg. Einer von vieren, an denen die Stadtwerke beteiligt sind. Drei weitere sind in Hessen und Bayern im Bau. „In Schleswig-Holstein gibt es leider keine verfügbaren Flächen mehr“, erläutert Steffen das Ausweichen in andere Bundesländer.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 26.Okt.2016 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen