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Wedel-Schulauer Tageblatt

07. Dezember 2016 | 09:49 Uhr

Bauvorhaben : Die Volksbank will in Wedel wachsen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Das Hamburger Geldinstitut will Niederlassung in der Bahnhofstraße erweitern. SPD warnt vor „architektonischer Dominanz“.

Wedel | Ein schlichter weißer Bau aus den 1950er Jahren, braunes Satteldach, quietsch-orangefarbenes Band mit blauer Schrift umlaufend: Das ist die Hamburger Volksbank in Wedels Bahnhofstraße 13. Das soll sich ändern – jedenfalls was die bauliche Situation angeht. Unter fast 40 Standorten des Finanzunternehmens rangiert der Standort Wedel markttechnisch auf Rang fünf – „und das wollen wir entwickeln“ verdeutlichte Burkhard Hinz, bei der Volksbank zuständig für Immobilien. Das hat Konsequenzen für das Entree der Wedeler Einkaufsmeile. Konsequenzen, die nicht jedem gefallen.

Im Norden eine Erweiterung bis zur Grundstücksgrenze, im Süden eine Aufstockung des eingeschossigen Flachdach-Anbaus, der derzeit als Eingang dient, das ganze hoch auf vier Geschosse: Mit seinem Umbau will das Kreditinstitut nicht allein die Geschäftsräume modernisieren. Auch Wohnraum soll entstehen. Sechs Wohnungen zwischen 36 und 100 Quadratmeter sehen die Pläne für den Neubau vor, für den vom Bestand lediglich das Erdgeschoss als Basis übernommen wird. Um die Baumassen optisch weniger massiv zu gestalten sollen die Obergeschosse abgestaffelt werden. Dennoch bedeutet die Aufstockung faktisch eine Überschreitung der festgesetzten Geschossigkeit um ein Vollgeschoss sowie eine Überschreitung der Geschossflächenzahl – nämlich von 1,4 auf 1,94. Daher die Notwendigkeit eines Einvernehmens.

Dies erteilte der Planungsausschuss, wenn auch nur mehrheitlich. Grüne haben sich enthalten, Sozialdemokraten stimmten mit Nein. Angesichts der massiven Überschreitung der Baugrenzen werde seine Partei das Vorhaben nicht mittragen, verdeutlichte SPD-Ratsherr Manfred Eichhorn. Sein Parteikollege Rüdiger Fölske warnte vor einer „architektonischen Dominanz“ am Entree der Bahnhofstraße. „Das würde Tür und Tor öffnen für alle anderen Grundstücke, so Fölske.

Auch den Grünen sei die Überschreitung aufgestoßen, sagte Fraktionschef Olaf Wuttke. Andererseits sei es sinnvoll, in der Hauptgeschäftsstraße ordentlich zu verdichten. Wuttke kritisierte allerdings die Fassadengestaltung an der Nordseite – die Hauswand, die ins Sichtfeld rückt beim Gang vom Bahnhof in die Bahnhofstraße. Dort sehen die Architekten lediglich ein so genanntes Lichtband aus vertikalen schmalen Fenstern vor. Hier möge man doch ein bisschen mehr investieren, um die Bahnhofstraße attraktiver zu gestalten, so Wuttke.

Wedel werde sich verändern, hielt WSI-Chef Joachim Funck mit Blick auf viele ebenfalls in die Jahre gekommen Bauten in der Umgebung und weitere potenzielle Expansionskandidaten. „In 30 oder vielleicht schon in zehn Jahren sieht keiner mehr diese Wand.“ Kay Burmester (CDU) sagte Richtung SPD und Grüne: „Die Höhe ist nicht wesentlich anders als bei dem Haus jetzt. Aber alles andere ist wesentlich hübscher als das Bestandgebäude.“

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erstellt am 30.Sep.2016 | 16:30 Uhr

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