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Wedel-Schulauer Tageblatt

04. Dezember 2016 | 23:27 Uhr

Wedel : Die Stadtwerke erhöhen die Strompreise

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Eine Durchschnittsfamilie muss jährlich 62 Euro mehr zahlen. Die Umlagen und Abgaben nehmen zu. Der Versorger senkt Preise für Gas.

Wedel | Die Stadtwerke Wedel (STW) werden zum 1. Januar ihre Strompreise erhöhen. Eine vierköpfige Durchschnittsfamilie muss mit einer Mehrbelastung von etwa 60 Euro pro Jahr rechnen. Die Gaspreise sollen dagegen sinken. Das teilten die Stadtwerke auf Anfrage mit.

„Die Strompreise in der Grundversorgung müssen ab dem 1. Januar um 0,97 Cent (brutto) pro Kilowattstunde im Arbeitspreis und im Grundpreis um 1,81 Euro (brutto) monatlich erhöht werden“, teilte Stadtwerkesprecherin Natali Steffen mit. Damit erhöhen sich die Stromkosten für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt, der jährlich etwa 4200 Kilowattstunden verbraucht, um etwa 62 Euro. Für einen Ein-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden sind es etwa 51 Euro.

Grund sind nach Angaben der STW steigende staatliche Abgaben und Umlagen, wie etwa die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG-Umlage). Die Abgaben und Umlagen in Summe seien seit 2015 von 14,316 Cent pro Kilowattstunde auf 17,009 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Das entspricht 18,8 Prozent.

2016 hielten die Stadtwerke die Strompreise konstant. Die Kostensteigerungen hätten durch günstigere Einkaufspreise kompensiert werden können. „Die Erhöhung für 2017 können wir nicht mehr mit unserer Beschaffung kompensieren“, sagte Adam Krüppel, Geschäftsführer der STW. Zu den Abgaben und Umlagen gehören eine Haftungsumlage für Offshore-Windräder, die sogenannte Paragraf-19-Umlage, eine Umlage zur Förderung von Kraft-Wärme-Koppelung, die EEG-Umlage, die Stromsteuer, eine Umlage für Netzstabilität und das Netzentgeld.

Außer der EEG-Umlage, mit welcher der Garantiepreis etwa für Windrad- und Solaranlagenbetreiber finanziert wird, stand vor allem das Netzentgelt in der Kritik. Diese Abgabe leiten die Energieversorger wie die STW an Netzbetreiber, etwa die Schleswig-Holstein Netz AG, weiter. Schuld an dem Preisanstieg ist unter anderem der schleppende Netzausbau und damit einhergehende steigende Kosten für das Runterregeln von Windkraftanlagen. Weil das Stromnetz mit den Schwankungen überfordert ist, fallen Milliardenkosten für das Ausbalancieren der Netze an, die auf das Portemonnaie der Verbraucher durchschlagen.

Netze müssen ausgebaut werden

Michaela Kiss, Bereichsleiterin des Asset Management bei den STW, ergänzt: „Eine wesentliche Ursache für die steigenden Netzkosten ist, dass aufgrund des starken Wachstums der erneuerbaren Energien die Übertragungsnetze insbesondere von Nord- nach Süddeutschland massiv ausgebaut werden müssen. Immer mehr Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien liefern, müssen an das Netz angeschlossen werden. Deshalb müssen die Netze entsprechend ausgebaut werden, um den Strom zu den Verbrauchszentren transportieren zu können.“ Die Netzentgelte machen nach Angaben der STW derzeit mehr als 34 Prozent vom Strompreis aus. „Rund drei Viertel des Strompreises können von uns nicht beeinflusst werden“, sagte Steffen.

Geschäftsführer Krüppel steht dennoch hinter dem Ziel der Energiewende. „Wir haben selbst innovative Projekte angeschoben wie unsere Beteiligungen an verschiedenen Solar- und Windkraftparks und den Bau von Blockheizkraftwerken sowie Solardächern in Wedel.“

Der Arbeitspreis für Gas dagegen wird im kommenden Jahr sinken. In der Grundversorgung kostet die Kilowattstunde vom 1. Januar an brutto 0,51 Cent weniger. Die STW werden zwar den Grundpreis, je nach Verbrauchsstufe, um 0,22 bis 0,95 Euro pro Jahr erhöhen. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 25.000 Kilowattstunden spare jedoch etwa 127 Euro im Jahr. Die Gaspreise sind an den Energiebörsen zuletzt gesunken. Außerdem versuchen die Einkäufer der STW, auf den Terminmärkten den besten Zeitpunkt abzupassen. „Wir freuen uns, dass wir durch unsere optimierte Beschaffung eine so deutliche Preissenkung an die Kunden weitergeben können“, sagt Krüppel.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 12:20 Uhr

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