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Wedel-Schulauer Tageblatt

07. Dezember 2016 | 23:23 Uhr

Ausstellung in Haselau : Die Geschichte zur Turmgeschichte

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU) ist auch Heimatforscher und präsentiert die Geschichte des Kirchturms.

Haselau | Die Kopie einer Bauzeichnung des Kieler Architekten und Bauinspektors Krüger ist für Rolf Herrmann (CDU) ein ganz besonderer Schatz. Der Haselauer Bürgermeister zeigt sie zusammen mit einer Reihe weiterer Exponate zur Feier des 150-jährigen Kirchturmgeburtstags im Küsterhaus, Dorfstraße 18 . Die Ausstellung, die Herrmann – selbst Bauingenieur und Architekt – zusammengestellt hat, ist während des Festwochenendes am Sonnabend und Sonntag, 18. und 19. Juni, zu besichtigen.

Seit 150 Jahren steht er weithin sichtbar in der Marsch: der hölzerne Glockenturm der Haselauer Dreikönigskirche. Die Turmspitze ragt 42 Meter hoch über den Meeresspiegel und diente Elbschiffern als Orientierung. Herrmann beschäftigt sich seit 1998 mit der Geschichte seines Heimatdorfs und sammelt alles, was es an Dokumenten zur Ortshistorie gibt. Auf diese Weise, so der Hobby-Forscher, habe er bereits ein kleines Gemeindearchiv zusammengetragen.

In der Ausstellung dokumentiert der Bürgermeister die Geschichte der Dreikönigskirche und des 1866 neu erbauten Turms anhand von Fotos, Zeichnungen und Kopien alter Schriftstücke. Vom früheren, gedrungenen Glockenturm, der als selbstständiger Bau neben der Kirche stand, gibt es noch eine Zeichnung aus dem frühen 19. Jahrhundert. Er wurde am 4. Juli 1862 „in dem Grade von Blitzschlag zertrümmert, dass er bis auf den Grund abgetragen werden musste“. So heißt es in einem Schriftstück vom 20. August 1866, das man in der alten Turmkugel entdeckte, die 1929 erneuert werden musste. Eine Abschrift des Schriftstücks findet sich in der Ortschronik von Lehrer Wilhelm Steffen, der den Text der ursprünglichen Turmkugel entnahm.

Die Brandkasse hatte der Kirche für den zerstörten alten Turm 4425 Mark gezahlt. Der neue Glockenturm wurde 1866 „für die Summe von 9250 Courantmark“ durch den Zimmermeister Winter aus Uetersen errichtet. Er steht auf einem massiven Backsteinsockel und ist ein Kunstwerk des Fachwerkbaus. Auf der Bauzeichnung von Architekt Krüger kann man die filigrane Konstruktion bewundern.

Den Turm erklimmen

Wer sich die von einer Verschalung geschützte tragende Holzkonstruktion des Kirchturms aus der Nähe ansehen möchte, hat am Sonntag die Möglichkeit, den Turm über Treppenleitern zu erklettern. Die Luken des Glockenturms ermöglichen den Blick auf Haselau und die umliegende Region von oben – eine einmalige Gelegenheit. „Schwindelfrei sollte man da schon sein“, betont Herrmann. Flaches Schuhwerk ist angeraten.

Besucher des Kirchturmgeburtstags, der mit Handwerkermarkt, Kinderprogramm und Kuchenbüfett des DRK-Ortsvereins gefeiert wird, können sich von Uwe Holler sachverständig Fragen zur Ausstellung beantworten lassen. Zusätzlich erklärt Zimmermeister Johann-Otto Plump aus Uetersen wie kunstvoll vor 150 Jahren gebaut wurde.

Bürgermeister Rolf Herrmann hat für die Gemeinde Haselau anlässlich des Kirchturmjubiläums einen Flyer über die Geschichte des Wahrzeichens entwickelt. Er wurde in einer Auflage von 1000 Stück gedruckt und liegt während der Ausstellung aus.
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erstellt am 08.Jun.2016 | 16:00 Uhr

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