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Wedel-Schulauer Tageblatt

09. Dezember 2016 | 20:30 Uhr

Wedeler Kunstpreis : Die erste Preisträgerin ist Tamara Nickel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

57 Kreative haben sich beworben - eine Fachjury und die Ausstellungsbesucher stimmen ab.

Wedel | „Ich kann es noch gar nicht fassen“, sagte Tamara Nickel am Sonntag einige Minuten nach der Verleihung des ersten Wedeler Kunstpreises. Die 45-Jährige wurde von den Besuchern der Ausstellung „Kunst macht stark“ im Ernst-Barlach-Museum und der Fachjury, der neben dem Museum und dem Kulturform Wedel auch je ein Vertreter der politischen Fraktionen im Wedeler Rat angehörte, zur ersten Preisträgerin gewählt. „Ich habe mir keine Chancen ausgemalt“, bekannte Nickel und erläuterte: „Die Kunstwerke, die ausgezeichnet wurden, sind alle sehr anspruchsvoll. Ich finde es toll, dass sich die Menschen so intensiv damit auseinandergesetzt haben.“

Die erste Gratulantin war Anna Goldmund, die den zweiten Platz belegte. „Sie hat mich erst auf den Wedeler Kunstpreis aufmerksam gemacht“, sagte Nickel. Goldmund wirkte ebenso überrascht wie ihre Freundin. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass meine Installation ,Dualistisches Gebet‘ so einen positiven Anklang findet. Was ich mache, hat viel mit Gewalt und dem Gegenpol zu tun. Ich hatte die Sorge, es stößt die Menschen ab, aber sie haben sich mit dem Thema auseinandergesetzt“, so die 45-Jährige.

Den dritten Platz belegte Jared Bartz. Der 41-Jährige, der sich erst im vergangenen Jahr entschieden hatte, komplett auf die Kunst zu setzen, begeisterte die Besucher mit seinen Holzschnitten und Skulpturen. „Die Preisträger spiegeln sehr gut die Frauenquote wider“, sagte Jürgen Doppelstein, Vorstand der Ernst Barlach Gesellschaft. Mehr als 60 Künstler hatten sich für den ersten Wedeler Kunstpreis, der vom Ernst-Barlach-Museum und dem Kulturforum Wedel verliehen wurde, beworben. Arbeiten von 57 Wedelern wurden ausgestellt – von 37 Frauen und 20 Männern.

Die Werke lockten viele Besucher ins Museum. Mehr als 1000 Neugierige haben in der vergangenen Woche die Ausstellung „Kunst macht stark“ besucht. „Wir haben uns unglaublich gefreut, dass die Ausstellung so vielfältig und lebendig war und so gut angenommen wurde“, freute sich Museumsleiterin Heike Stockhaus über die Resonanz. Unter den mehr als 60 Ausstellenden tummelten sich 14 Berufskünstler. „Den Begriff Hobbykünstler haben wir abgeschafft. Wir reden nur noch von Kunstschaffenden und Berufskünstlern“, erläuterte Stockhausen.

466 Stimmen abgegeben

„Wir sind sehr offensiv mit der Idee umgegangen, Kunst aus Wedel auszustellen“, betonte Doppelstein. Sein Dank galt auch den Besuchern der einwöchigen Ausstellung: „Vielleicht haben Sie mit abgestimmt und sind so Teil des Systems.“ Von den mehr als 1000 Besuchern der Ausstellung gaben 466 ihre Stimme ab und beteiligten sich damit aktiv an der Wahl der ersten Preisträger. „Das sehe ich schon als repräsentatives Ergebnis“, resümierte der Vorstand. Sein Urteil: „Wedel ist die Stadt für Kunst und Kultur.“

„Gemeinschaftsausstellungen hat es in Wedel schon viele gegeben, aber die Idee zum Kulturpreis ist etwas neues“, bekräftigte Monika Dohmen, Vorsitzende des Kulturforums. Sie sei von der Vielfalt der Arbeiten beeindruckt gewesen. „Das hat der Jury die Entscheidung nicht leichter gemacht“, sagte sie. Stockhausen blickte bereits in die Zukunft: „Wir hoffen, dass wir den Wettbewerb auch im kommenden Jahr mit leichten Modifikationen wieder durchführen können.“ Das Problem sei das Geld: „Wir hoffen, dass es auch finanzielle Förderungen für das Projekt gibt.“ Denn die Plätze eins bis drei wurden mit 500, 250 und 100 Euro datiert.

„Ich freue mich, dass das Ernst-Barlach-Museum auch lokale Künstler ausstellt“, sagte Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos), der die Preise übergab. 1000 Besucher binnen einer Woche seien ein großartiges Ergebnis. Sein Versprechen: „Wir werden schauen, wie wir dieses Projekt weiter unterstützen können.“ 

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erstellt am 05.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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