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Wedel-Schulauer Tageblatt

04. Dezember 2016 | 03:02 Uhr

Die erste Parade der alten Trecker

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Oldtimer-Treffen Keiner tuckert so schön wie der „Allgeier“ finden die Mitglieder des Oldtimerzentrums Holm/ Schau am 6. August

Die Männer stecken die Köpfe zusammen, beratschlagen hitzig und sind sich dann doch schnell einig: Den schönsten Treckersound hat der „Allgeier“. Wer sich von den feinen Tuckertönen des schmucken, auf Hochglanz polierten grünen Treckers, Baujahr 1952, überzeugen möchte, kann das am Sonnabend, 6. August. In Holm findet im Bredhornweg 54 von 10 bis 17 Uhr das erste Oldtimer-Treckertreffen statt. Das Team um Siegfried „Siggi“ Vollendorf erhofft sich nicht nur möglichst viele Schaulustige, sondern auch Besuch von Gleichgesinnten. Dabei ist es egal, ob sie mit Treckern anreisen, oder mit einem schmucken Auto oder Motorrad.

Das „Oldtimer-Zentrum Holm“ besteht seit zwölf Jahren und hat zwölf Mitglieder. Auch eine junge Frau ist oft dabei: Vollendorfs Enkeltochter Julia Warncke. Die 21–Jährige wurde ebenfalls vom Treckervirus infiziert. „Ich bin das Maskottchen“, sagt die Physiotherapeutin keck. Auf ihrem taubenblauen Eicher ED 13, Jahrgang 1957, ist sie zur Weihnachtszeit auch schon mal als Engel verkleidet mit ihren 13 PS unterwegs.

Vollendorf ist nicht nur der Club-Boss, sondern hat auch den Trecker mit dem schönsten Klag. Sein „Allgeier“ A  24 hat einen Zylinder und 24 PS. Weil das Gefährt keinen Anlasser hat, ist es immer ein kleines Abenteuer ihn zu starten. Erst muss ein Glühstift eingeschraubt werden, dann kräftig an einer Kurbel gedreht werden und mit Glück gibt’s nicht nur eine mächtige schwarze Rauchwolke, sondern auch das allerschönste Tucker-Geräusche zu hören. „Das ist der einzige, der raucht“, witzeln die Schrauber-Jungs.

Vollendorf ist Hufschmied. Gelernt hat er bei Hermann Voß in Heist. Der Chef schickte ihn im zweiten Lehrjahr nach Friedrichshafen zum Schrauber-Lehrgang bei Porsche-Diesel. Seitdem hat er das Trecker-Gen im Blut. Während des ersten Erntedankfests in Holm störte ihn, dass die Landwirte alle mit ihren großen Maschinen kamen. „Das passt doch nicht, habe ich zu meiner Frau gesagt“, erinnert er sich. Waltraut Vollendorf antwortete nur: „Dann tu doch was.“

Wer sich für das Hobby der Trecker-Schrauber interessiert, ist stets willkommen. Clubabend ist immer am letzten Montag im Monat ab 19 Uhr im Bredhornweg 54. Dabei ist die Geselligkeit sehr wichtig. Und natürlich das Treckerfahren. „Die Langsamkeit ist das Schönste“, schwärmt Rolf Ladiges. Der Vize-Clubchef hat einen Schlüter DS15, Baujahr 1951. Er hat ihn online für 1800 Euro ersteigert. Sein Vater Ernst-August hat ihn liebevoll restauriert. Kein Wunder: Denn auch bei ihm wurden Erinnerugnen wach. „Wir hatten diesen Typ. Ich bin als Fünfjähriger darauf gefahren.“ Manchmal hält Trecker-Liebe ein Leben lang.

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