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Wedel-Schulauer Tageblatt

04. Dezember 2016 | 21:25 Uhr

Besuch bei den Lebensrettern in Wedel : Die DLRG warnt vor den Gefahren der Elbe

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Acht Einsatzkräfte besetzen jedes Wochenende Wachstation am Strandbad. Mieses Wetter sorgt für ruhige Badesaison.

Wedel | Nächtliche Partys am Elbstrand, Missachtung der Bade- und Hundeverbote sowie Mutproben am Hafenbecken – Jochen Möller, Vorsitzender der DLRG Wedel, und Michael Süling, Technischer Leiter Einsatz, wissen genau, was rund um das Strandbad los ist. Die Einsatzzentrale der DLRG ist von Freitagnachmittag bis Sonntagabend besetzt und erste Anlaufstelle für Badegäste.

„Nächtliche Partys am Strand finden weiterhin statt, aber wir haben keine eskalierenden Situationen. Da haben wir schon andere Zeiten erlebt, wo die Polizei jedes Wochenende hier war“, sagt Möller. Süling ergänzt lachend: „Bei den Abiturfeiern war es hier immer gut besucht.“ Über eines sind beide froh: Nachts geht kein Besucher das Risiko ein, in der Elbe zu schwimmen. „Die Leute sind da zum Glück besonnen“, sagt Möller.

Auch Martina Reimer vom Fachdienst Ordnung und Einwohnerservice der Stadt Wedel seien keine Eskalationen bekannt. Probleme aus Sicht er Stadt seien Motorräder im Hafengebiet und unangeleinte Hunde. „Es gilt ein generelles Verbot für Hunde. Darauf weisen wir auch hin”, sagt Reimer.

„Wir sind hier eigentlich als Hilfestellung für Wassersport, werden aber langsam mehr und mehr zur Badeaufsicht und machen den Rest nebenher. Dabei ist Baden hier verboten“, sagt Süling. Spaßig nennt er die wenigen sonnigen Wochenenden mit Temperaturen um die 30    Grad Celsius „Mallorcawochenenden“. „Dann sind mehrere Tausende Menschen hier“, sagt Süling. Für die ehrenamtlichen Retter, die zu acht die Dienste absolvieren, bedeute dies besondere Achtsamkeit. „Bei gutem Wetter haben wir immer zwei Kräfte direkt am Strand“, erläutert Möller. Zudem stünden immer zwei Boote im Tonnenhafen bereit, um bei Notfällen sofort eingreifen zu können.

Die ruhigen Wochenenden am Elbstrand nutzen die ehrenamtlichen Lebensretter für die Wartung der Gerätschaften.
Die ruhigen Wochenenden am Elbstrand nutzen die ehrenamtlichen Lebensretter für die Wartung der Gerätschaften. Foto: Fröhlig
 

Die Gefahren an der Elbe würden häufig unterschätzt. Immer wieder beobachten die DLRGler Eltern, die im Sand sitzen, während die Kinder an der Wasserkante spielen. „Wenn ein Schiff Wellen produziert, kann es schnell gefährlich werden, wenn ein Kinder umfällt und untertaucht. Sind die Eltern 20 Meter weit weg, können sie im schlimmsten Fall nicht mehr eingreifen“, erläutert Möller.

Das Gefahrenpotenzial für schwere Unfälle steige derzeit am Elbstrand. Der Hauptgrund: Unkenntnis. „Viele unterschätzen die Strömung“, sagt Süling. Dies habe er vor allem auch bei den Flüchtlingen festgestellt. „Wir führen Gespräche mit dem Willkommenscafé, um die Gefahren zu vermitteln und aufzuklären“, erläutert er. Der DLRG-Vorsitzende ergänzt: „Es geht uns um Aufklärung über die Gefahren der Elbe und des Wassers, damit alle die Freizeit im Wasser und das Planschen in der Elbe genießen können.“ Bisher habe die DLRG mit etwa 50 Einsätzen einen ruhigen Sommer erlebt. Möller weiß: „Das steht und fällt mit dem Wetter.“

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erstellt am 11.Aug.2016 | 12:30 Uhr

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