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Wedel-Schulauer Tageblatt

02. Dezember 2016 | 23:17 Uhr

Spielplätze in Wedel : Die Bürger sollen mitreden

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Streichliste: Die Politik setzt bei Rückbau-Plänen auf Beteiligung. Forum mit Fachausschüssen und Verwaltung am 24. November.

Wedel | Aufreger Spielplatzkataster: Kaum war die Auflistung der 46 Spielplätze in Wedel veröffentlicht, hagelte es Kritik. Nicht an der Zusammenstellung selbst, sondern an dem, was sie begleitet – eine Streichliste, auf der sich sieben Anlagen finden. Proteste, die Wirkung gezeigt haben. Statt zu beschließen, hat der zuständige Bildungsausschuss vertagt und setzt nun wie vom Vorsitzenden Lothar Barop (SPD) angekündigt auf Beteiligung: Am 24. November sollen die Bürger mitreden.

Neben der Verwaltung ist mit dem Bauausschuss auch das andere zuständige Fachgremium vertreten. Ziel sei es, die Pläne und die Auswahlkriterien für die Rückbau-Kandidaten zu erläutern, um möglichst zu einer konsensfähigen Streichliste zu kommen, so Barop. Aktuell sind die Spielplätze am Egenbüttelweg, am Hainbuchenweg, an der Reepschlägerstraße, am Rebhuhnweg, an der Pferdekoppel, am Wiedkamp und der Bolzplatz Im Grund aufgeführt.

Kriterien waren unter anderem Unkrautbewuchs, der laut Stadt auf eine geringe Nutzung schließen lasse, Ballungen von Spielflächen sowie die Zahl der gemeldeten Kinder, die im Einzugsgebiet wohnen. Erfasst wurden dafür Sechs- bis Zwölfjährige, für die laut Beschlussvorlage die Spielplätze ausgelegt sind. Anwohner monierten daraufhin, dass Klein- und Kleinstkinder so durchs Raster fallen. Zumal wenn sie bei Großeltern zu Besuch sind oder regelmäßig betreut werden.

Anlagen für Kleinstkinder nicht erfasst

Auf Nachfrage erfuhr Barop jetzt in der Verwaltung: Tatsächlich ist nicht die Stadt, sondern der Bauträger bei Mehrfamilienhaus-Anlagen für Kleinstkinder-Spielplätze zuständig. Sieben solcher Anlagen konnten ihm genannt werden – weit weniger als es sein müssten. In Paragraf 8 der Landesbauordnung steht: „Bei der Errichtung von Gebäuden mit mehr als zehn Wohnungen ist auf dem Baugrundstück oder in unmittelbarer Nähe auf einem anderen geeigneten Grundstück ein ausreichend großer Spielplatz für noch nicht schulpflichtige Kinder (Kleinkinder) anzulegen, dessen dauerhafte Nutzung für diesen Zweck öffentlich-rechtlich gesichert sein muss.“ Ausnahmen gibt’s nur bei Platzmangel oder wenn in unmittelbarer Nähe Anlagen zur Nutzung für diese Kinder zur Verfügung stehen. Auf Tageblatt-Anfrage hieß es gestern seitens der Verwaltung: Eine vollständige aktuelle Liste solcher Kleinstkinder-Spielplätze liege derzeit nicht vor.

Was ebenfalls fehlt und bemängelt wurde, auch von Seiten der Fraktionen: Die Stadt hat nicht aufgeführt, wie hoch gegebenenfalls eine Kostenersparnis beim Rückbau der Spielplätze ist. Der selbst schlägt zunächst mit 32.000 Euro Kosten zu Buche. Pauschal rechne Wedel mit 5800 Euro Kosten pro Jahr und Spielplatz, hieß es lediglich während der ersten Ausschuss-Debatte des Themas. Allerdings sollen die rückgebauten Plätze als freie Spielflächen für Kinder bestehen bleiben – was wiederum Unterhaltungskosten bedeutet. Beginn des Bürgerforums ist um 18 Uhr. Ort ist der Ratssaal.

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erstellt am 10.Nov.2016 | 16:30 Uhr

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