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Differenzen : Der Weinclub ist tot, das Weinfest lebt weiter

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Unterstützer-Verein ist nach nur zwei Jahren aufgelöst worden. Organisator Klaus Roth will die Traditionsveranstaltung fortführen.

Wedel | Sie waren 2015 angetreten, den Fortbestand der seinerzeit rund 25 Jahre währenden Tradition zu sichern. Nach nicht mal zwei Jahren ist der Verein nun bereits selbst wieder Geschichte. Als Vorstandsmitglied und „Liquidator“ teilte Michael Koehn die Auflösung des Roth-Wein-Clubs mit – und das gut einen Monat vor der 28. Auflage des Winzerfests. Auch Initiator und Organisator Klaus Roth stimmte für die Abwicklung des Vereins. Bedeutet sie auch das Ende des Weinfests? „Nein“, sagte Roth gestern auf Tageblatt-Anfrage. „Es geht weiter.“

Hintergrund der beschlossenen Vereinsauflösung, die Ende Mai vollzogen werden soll, sind Differenzen zwischen Teilen der Mitglieder und Weinfest-Vater Roth. Konkret ging es um die Veranstalterrolle. „Die Mitglieder sahen keine Chance, in Zukunft als Verein das Wedeler Weinfest zu veranstalten“, ließ Koehn verlauten. „Damit fällt der satzungsgemäße Hauptzweck des Vereins auf absehbare Zeit weg.“ Ziel und Idee sei seinerzeit gewesen, das Weinfest in Roths Sinn weiterzuführen und vor einer Kommerzialisierung respektive der Übernahme durch irgendeine Veranstalteragentur zu schützen, so Koehn auf Nachfrage – mit dem Verein in Veranstalterrolle. Roth jedoch habe zuletzt erklärt, er wolle selbst bis zur 30. Auflage 2019 Veranstalter bleiben. Der Verein lediglich als Auftragnehmer und Unterstützer, das funktioniere nicht, so Koehn. Das bedeute anfallende Kosten, etwa für Versicherungen der Mitglieder als Helfer, ohne dass Einnahmen generiert würden. Eine Rechnung, die laut Koehn nicht aufgeht. „Enttäuschend für alle, die sich engagiert haben“, so sein Fazit.

„Es war ein guter Anfang und ein schlechtes Ende“, sagt Roth resümierend zur kurzen Roth-Wein-Club-Geschichte. Auch er sei traurig, dass sich der Verein aufgelöst habe. Es habe zu viele Spannungen gegeben. Spannungen, durch die der Club bereits im Juli vergangenen Jahres während der Jahreshauptversammlung knapp an der Auflösung vorbeigeschrammt war.

Er habe sich den Club als Interessengemeinschaft vorgestellt, die organisatorische und kaufmännische Aufgaben unter seiner Regie übernimmt. Er selbst habe sich dann sukzessive zurückziehen wollen. Auch habe er durchaus früh kommuniziert, dass er bis zur 30. Auflage noch in der Veranstalterrolle blieben wolle. Zum Thema Kosten, die Koehn anführte, winkt Roth ab: Alle Beteiligten seien über seine Media Service GmbH versichert. Und was die 25 Euro Jahresbeitrag angehe: Dafür seien etwa Veranstaltungen wie Winzerreisen geplant gewesen.

Trotz Krankheit, die ihm lange Klinikaufenthalte bescherten, seien die Vorbereitungen für die neue Auflage des Fests mit zehn Deutschen Winzern vom 25. bis 27. Mai auf dem Rathausplatz weitgehend abgeschlossen. Auch der Termin für die traditionelle Kür des Wedeler Jahresweins im Rathaus am 12. Mai steht. Von der Wein-Club-Idee hat er sich ebenfalls noch nicht verabschiedet. „Ich muss da in neue Richtungen denken. Das ist noch nicht gestorben“, sagt Roth.

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erstellt am 20.Apr.2017 | 16:00 Uhr

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