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Wedel-Schulauer Tageblatt

27. Mai 2016 | 10:22 Uhr

Wedel : Der Engel der Kulturen ist gelandet

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Interreligiöses Friedenssymbol auf dem Rathausplatz verlegt. Wedel nimmt als erste Stadt im Kreis Pinneberg an dem Kunstprojekt teil.

Wedel | Lachende Gesichter, läutende Kirchturmglocken, bunte Luftballons, strahlende Kinderaugen und Friedensgebete – die zeremonielle Verlegung des Engels der Kulturen brachte am Donnerstag viele Menschen verschiedener Religionen und Herkunft in Wedel zusammen. Am Vormittag startete die Karawane an der Albert-Schweitzer-Schule. Über die Volkshochschule, die Aksa-Moschee, das Graf-Luckner-Haus und weitere Stationen war der Rathausplatz das Ziel. Dort wurde das Symbol, das alle drei abrahamitischen Weltreligionen verbindet, am Nachmittag als Bodenintarsie verlegt. Stets vor der Karawane ging der Künstler Gregor Merten mit der rollenden Skulptur mit einem Durchmesser von 1,50 Metern. Sie fungierte als Schablone mit Hilfe der an mehreren Stationen ein Abdruck – aus Kreide oder aus Sand – hinterlassen wurde.

Merten hat das Symbol gemeinsam mit Carmen Dietrich erstellt. Seit 2008 wurde der Engel der Kulturen bisher europaweit in mehr als 65 Städten verlegt. „Von Istanbul bis Hamburg, von Brüssel bis Sarajevo“, sagte Künstlerin Dietrich.

Geplant wurde der Festakt seit Anfang des Jahres. Bürgermeister Niels Schmidt übernahm die Schirmherrschaft. Er wünschte sich vor der Installation der 65 mal 65 Zentimeter großen Intarsie zweierlei: Einmal, dass niemand über die Intarsie stolpert und sie gut verlegt wird. „Und ich wünsche mir, dass jeder, der hier vorbei geht, darüber nachdenkt, was uns verbindet.“ Der Standort stand schnell fest: präsent auf dem Rathausplatz. „Wir freuen uns, dieses Zeichen für Toleranz und Miteinander nun hier in Wedel zu haben“, sagte Friedensaktivistin Irmgard Jasker.

Nach der Installation wurde die Intarsie für die nächste Stadt hergestellt. Am Sonntag ist Lüttjensee dran. Wedel ist bisher die erste Stadt im Kreis Pinneberg, die an dem interreligiösen Kunstprojekt teilgenommen hat. Beim Ausbrennen entsteht in jeder Stadt stets eine innere Form, die am Rand mit Ort und Datum versehen wird. Alle zusammen werden zu einer großen Säule aufgetürmt. „Die soll in Jerusalem aufgestellt werden“, so Dietrich: „Um in dieser konfliktbeladenen Hauptstadt der drei Weltreligionen zu dokumentieren, wie viele Menschen an diesem Kunstprojekt mitwirken und für ein friedliches Zusammenleben aller Kulturen in dieser einen Welt eintreten.“
 

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erstellt am 12.Sep.2014 | 12:00 Uhr

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