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Wedel-Schulauer Tageblatt

04. Dezember 2016 | 23:17 Uhr

Der Ausbau kommt

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Höckner-Straße Rund 80 000 Euro kostet die Ertüchtigung des letzten Teils

Im jüngsten Bauausschuss ging es darum zu entscheiden, wie das südliche Endstück der Rudolf-Höckner-Straße ausgebaut werden soll. Einige Kommunalpolitiker stellten trotzdem erst einmal die Maßnahme grundsätzlich infrage. Und diskutierten leidenschaftlich über die Finanzierung der Maßnahme.

Bereits in der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung meldete sich ein Anlieger zu Wort. Er betonte die historische Prägung der Region und wünschte sich, dass in der Ausgestaltung des Straßenabschnitts darauf eingegangen wird. Naturstein statt Beton forderte er. Zudem sei der geplante Wendekreisel zu groß, lautete seine Kritik.

In der Diskussion der Ausschussmitglieder zu dem Thema stellte Ralf Sonntag (Grüne) zuerst die Frage nach der Finanzierung. Es sehe so aus, dass die Stadt das Baugrundstück am Ende der Straße verkauft habe mit dem Deal, die Zufahrt wird gebaut, mutmaßte er: „Wenn ich Anlieger wär, wär ich nicht so glücklich darüber.“ Vorsitzender Thomas Grabau (Grüne) ergänzte: „Es ist schon merkwürdig, wenn Fremde für andere die Zuwegung bezahlen.“

Fachdienstleiterin Birgit Woywod hatte die Zahlen parat. Rund 80  000 Euro setzt die Verwaltung als Gesamtkosten für die Investition an. 40  000 Euro bezahlt die Stadt, die anderen 40  000 Euro werden auf die vier Anwohner dieses Abschnitts verteilt.

Wieviel jeder einzelne von denen aufzubringen habe, könne sie nicht sagen. Der Anteil ermisst sich nach der Grundstücksfläche der Anlieger. Woywod lud Betroffene ein, sich persönlich in der Verwaltung zu erkundigen. Die Frage danach, wie finanzstark sich der Investor des Projekts „Marschkieker“ mit 40 Wohnungen, der Wedeler Bauunternehmer Joachim Rehder, am Ausbau beteilige, konnte die Verwaltung nicht beantworten.

Als plötzlich die Idee einer freiwilligen höheren Beteiligung quasi als Investition „ins harmonische Zusammenleben“ im Raum stand, meldete sich Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos) zu Wort: „Die Diskussion bekommt einen seltsamen Zungenschlag. Das ist ein ganz normaler Straßenausbau“, stellte er fest. Hier werde geltendes Recht angewandt. „Wir haben gar nicht die Möglichkeit zu sagen, wir möchten das nicht.“

Gudrun Jungblut (Grüne) – kein Ausschussmitglied, aber als Ratsfrau redeberechtigt – gab sich damit nicht zufrieden. Sie hinterfragte die Modalitäten des Vertrags, erkundigte sich, ob in dem damaligen Ratsbeschluss der Ausbau mit enthalten gewesen sei und plädierte dafür, den Beschluss zu verschieben: „Es gab viel Aufregung in dieser Straße. Der Unmut ist verständlich.“

Mit neun Ja, drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung wurde das Bauprogramm beschlossen. Weil der Abschnitt im unteren Drittel der Rudolf-Höckner-Straße nicht mehr im von der Behörde für Denkmalschutz als historisch eingestuften Bereich liegt, wird mit farblich angeglichenem Betonstein in Rotbunt gepflastert.  

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