zur Navigation springen

Wedel-Schulauer Tageblatt

07. Dezember 2016 | 17:25 Uhr

„Das ist ein richtiges Desaster“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Schulzentrum Moorrege Der Bau der Mensa wird um 400 000 Euro teurer / Geschätzte Kosten liegen jetzt bei 1,82 Millionen

Saftige Kostensteigerung beim Bauvorhaben im Schulzentrum Moorrege. Für den Neubau einer Mensa und die anschließende Umwandlung der alten Lehrküche in zusätzliche Räume für den Ganztagsbetrieb waren ursprünglich 1,42 Millionen Euro veranschlagt. Jetzt muss der Schulverband noch einmal 400  000 Euro drauflegen. Der Architekt Arne Neumann und der Haustechnikplaner Marc Schroeder hatten Donnerstag während einer außerordentlich einberufenen Versammlung deutlich Mühe, den Mitgliedern des Verbands diese Kostenexplosion zu erklären.

„Es gibt eine ganze Gemengelage von Gründen“, erklärte Neumann. Hauptursache sei aber die Umstellung von Modul- auf Massivbauweise. Wie die ganze Gemeinschaftsschule sollte auch die Mensa im Systembau hochgezogen werden. Doch da die Kostenprüfung des Kreises für die Baugenehmigung ein halbes Jahr dauerte und zwischenzeitlich die Fachfirmen mit Aufträgen für Flüchtlingsunterkünfte überschüttet wurden, lief bei den Planern trotz vorheriger Zusagen kein Angebot für Modulbau mehr ein. Bis Mitte Januar warteten die Architekten, so Neumann, dann wurde auf Massivbau umgeplant. Das bedeutete: Mehrkosten durch ortsansässige Hersteller, durch zusätzliche Statikprüfungen, erweiterten Schall-, Wärme und Brandschutz sowie besonders durch vom Kreis angeordnete höhere Anforderungen an die Lüftungsanlage. Auch die Preise stiegen ständig, erklärten die Planer.

„Das ist ein richtiges Desaster“, empörte sich Verbandsvertreter Oliver Ringel (CDU) aus Holm. Jörg Schneider (Grüne) aus Moorrege beklagte: „Das ist Flickschusterei für viel Geld, wir hätten gleich alles neu machen können.“ Holms SPD-Chef Dietmar Voswinkel ärgerte sich über die Endgültigkeit der Entscheidung: „Wir können nur noch nicken und unser Bedauern ausdrücken.“ Und er fragte nach: „Warum werden wir erst jetzt so detailliert informiert?“ Er habe die Bürgermeisterrunde sofort benachrichtigt, verteidigte sich der Vorsitzende Karl-Heinz Weinberg (CDU), Bürgermeister in Moorrege . „Aber erst gestern haben wir die Zahlen bekommen“, präzisierte sein Amtskollege aus Heist, Jürgen Neumann (CDU).

Haseldorfs Gemeindechef Uwe Schölermann (CDU) bekannte: „Wir Bürgermeister sind auch überrascht worden.“ Den Architekten warf der Haseldorfer Bürgermeister Unprofessionalität vor. Besonders bezog er sich darauf, dass die Angebote der Gewerke durchweg teurer seien als das, was die Planer eingestellt hätten. Allerdings räumte er ein: „Ich halte das nach wie vor wirtschaftlich für machbar.“ Ringel wollte sich mit der Entscheidungsfindung, wie sie im Gremium abgelaufen war, nicht zufrieden geben: „Nach der Modulbau-Absage hätte das Gremium zusammenkommen müssen“, kritisierte er.

Zum Schluss hatte Vorsitzender Weinberg noch zwei positive Neuigkeiten zu vermelden. Die Zuschüsse fielen durch die Bauverzögerung nicht weg. Die Bewilligung sei bis Herbst 2017 verlängert worden, sagte er. Und auch der Zinssatz für den neuen Kredit könne auf dem gleichen günstigen Level wie die Finanzierung laufen.

Bis Februar 2017 soll der Mensaanbau stehen, versprachen die Architekten. Danach gehe es an den Umbau im Bestand. Weil der bei laufendem Schulbetrieb geleistet werde, sei mit einer Fertigstellung Mitte/Ende April zu rechnen. Und weil Schulleiterin Frers die katastrophale Situation in den Räumen in ihrem Bericht noch einmal eindringlich schilderte, beschloss das Gremium spontan, in drei Klassenzimmern Wände streichen und neuen Teppichboden verlegen zu lassen.  

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen