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Wedel-Schulauer Tageblatt

06. Dezember 2016 | 09:20 Uhr

Hetlingen : CDU setzt das Neubaugebiet durch

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Wohnen und arbeiten Am Ortsrand von Hetlingen werden Familien und Unternehmen angesiedelt. Lärmquellen Richtung Holm.

Hetlingen | Unter großer Beteiligung der Hetlinger Bevölkerung ist während der jüngsten Sitzung des Gemeinderats grünes Licht für ein neues Wohn-, Misch- und Gewerbegebiet gegeben worden. Knapp 30 Zuhörer verfolgten in der Gaststätte Op de Deel das Zerren zwischen CDU-Mehrheitsfraktion und Freier Wahlgemeinschaft (FW). Auf die Bitte eines Zuhörers, den Beschluss zurückzustellen, bis Klarheit über Ankaufspreis und Verkaufspreis herrsche, wurde nicht reagiert. Die Abstimmung verlief wie erwartet: Sieben Ja-Stimmen der Christdemokraten, sechsmal Nein von den freien Wählern.

Wie unsere Zeitung berichtete, soll von Holm aus kommend auf der linken Seite das Neubaugebiet entstehen. Im Anschluss an das Wohngebiet Blink sollen, durch einen Grünstreifen getrennt, neun Wohnhäuser entstehen. Daran schließt sich ein Mischgebiet an, in dem Wohnen und Arbeiten erlaubt ist, und dann kommt Gewerbefläche.

Bürgerfreundlich – so gab sich der Gemeinderat. Und Unterbrach die Beratung von 20.45 Uhr bis 22 Uhr, um während eines zweiten Teils der Bürgerfragestunde den Gästen Gehör zu verschaffen. Die Sorgen der Bürger wurden abermals deutlich. Sie reichen von der Befürchtung, dass es ein fatales Finanzrisiko werden könnte, bis hin zur Verkehrsbelastung für den Blink und Überschwemmungen durch die massive Oberflächenversiegelung. „Eine Zuwegung durch den Blink ist uns ein riesen Dorn im Auge“, sagte Anlieger Paul Schmalisch. Diese Sorge wurde ihm von Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU) genommen: „Es soll nur eine Notzuwegung geben, ansonsten gibt es nur Durchfahrt für Fußgänger und Radfahrer.“

Um die Sorgen in Sachen Wassersituation zu entkräften, war Wolfgang Kirstein, Ingenieur vom Planungsbüro Dänekamp und Partner eingeladen worden. Er betonte, dass Trockengräben angelegt werden sollen und maximal 3,2 Liter pro Sekunde an das Regenwassersystem des Blinks abgegeben werden. „Das wird kaum zu bemerken sein“, versprach Kirstein. Auf seine Erfahrung in diesen Dingen angesprochen sagte der Diplom-Ingenieur: „Wir machen das seit 40 Jahren.“

Gewerbegebiet nicht notwendig

Auch tauchte die Frage auf, welche Art von Gewerbe angesiedelt werden solle. Riekhofs Antwort: „Es ist ganz viel Glaskugelleserei, wir wissen nicht, wer sich bewirbt.“ Die FW befürchtet ein großes finanzielles Risiko. „Es gibt hohe Auflagen für Unternehmen“, betonte Fraktionschef Michael Rahn. Sicher sei, dass die Lärmquellen Richtung Holm ausgerichtet werden. Er glaube nicht, dass die Gemeinde den doppelten Preis für Gewerbeflächen wie in der Nachbargemeinde Holm erzielen könne. Rahn: „Das wird ein Debakel.“ Dem setzte Riekhof entgegen: „Wir glauben, dass es Bewerber in Hülle und Fülle geben wird.“

Renate Springer-König (FW) setzte sich vehement dafür ein, auf die Ausweisung eines Gewerbegebiets zu verzichten. „Ich glaube nicht, dass wir das brauchen“, sagte sie. Für die Ansiedelung beispielsweise einer Tankstelle mit Werkstatt sei ein Mischgebiet vollkommen ausreichend. Ob und wie Hetlingen wachsen soll, beschäftigt Bürger Helmut Gröne seit langem. „Die Frage ist doch: Ist das liebenswert für unser Dorf?“

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