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„Bauen bestes Rezept für niedrige Mieten“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

SPD-Talkabend Stegner und Hölck „im Gespräch“ im Fährhaus

Schulsystem, Umgehungsstraßen in Bayern, Bürgerversicherung – die Wedeler nutzten die Chance am Donnerstagabend, mit dem SPD-Landesvorsitzenden und stellvertretendem Bundesvorsitzenden Ralf Stegner und dem SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Hölck über die Bundes- und Landespolitik zu diskutieren. Doch beim Thema Mietpreisexplosion ging es im Schulauer Fährhaus schnell um lokale Probleme.

„Was wollen Sie dagegen tun, wenn Wohnungen einfach leer stehen und das seit Jahren?“, fragte ein Bürger. Hölck wirkte sichtlich überrascht: „Leerstände in Wedel sind eher die Ausnahme. Die hohen Mieten im Hamburger Umland treffen die Menschen ganz direkt.“ Die Mietpreisbremse sei bisher ein zahnloser Tiger. „Der Druck ist so groß, dass die Mieter einfach froh sind, wenn sie einen Vertrag unterschrieben haben“, sagte Hölck. Zudem müssten Vermieter Verträge nicht offenlegen. „Bauen, bauen, bauen ist das beste Rezept für niedrige Mieten. Ich bin froh, dass Wedel sich aufmacht, Wedel Nord zu schaffen“, so Hölck. Bauen alleine reiche aber nicht, es müsse auch sozialverträglich gebaut werden. Da nahmen Stegner und Hölck auch die Kommunalpolitik in die Pflicht.

„Ich habe das Gefühl, dass das Thema bezahlbarer Wohnraum den Menschen hier in der Region unter den Nägeln brennt“, stellte Stegner fest. Das Thema soziales Wohnen sei nicht nur wichtig im Landtagswahlkampf, sondern auch bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr. „Wir sehen dann, wie die Bürger entscheiden. Ich denke, dass es keine Mehrheit für unsoziale Politik gibt“, sagte der SPD-Landesvorsitzende.


Klare Kante beim Thema Elbvertiefung


Beim Thema Elbvertiefung bezog Stegner klare Kante: „Der Hamburger Hafen ist auch unser Hafen. Er ist ein wichtiger Arbeitgeber und wir sind sicherlich kooperativer als die Niedersachsen.“ Die ökologischen Rahmenbedingungen müssten bestmöglich geschaffen werden. „Wir unterstützen die Hamburger Position aber ohne Wenn und Aber“, sagte Stegner.

„Wir wollen nicht über andere reden, sondern über uns selbst“, sagte Stegner. Die beiden SPD-Politiker vermieden direkte Angriffe auf die CDU. Doch ohne kamen sie nicht aus. „Eine ordentliche Mietpreisbremse gibt es in der Kooperation mit der CDU nicht“, sagte Stegner. Ein Hetlinger lieferte mit der Frage nach ständig steigenden Hebesätzen und den finanziellen Problemen der Gemeinde eine Vorlage für Hölcks Spitze gegen seine CDU-Gegenkandidatin um das Landtagsmandat, Barbara Ostmeier: „Hetlingen? Da war Frau Ostmeier Bürgermeisterin. Was soll ich da sagen?“

Die Marsch-Gemeinde habe Dinge bewegt, die sie sich nicht habe leisten können. „Mit der Feuerwehrzentrale oder dem Neubau statt der Sanierung der Schule, die derzeit darum kämpft, genug Schüler zu haben, wurden Strukturen geschaffen, die für die Größe und das Steueraufkommen der Gemeinde zu groß sind“, sagte Hölck. Stegner schlug in dieselbe Kerbe: „Frau Ostmeier hat in ihrem Ort Entscheidungen getroffen, die vielleicht nicht so sinnvoll waren. Aber es gibt ja einen Gegenkandidaten Thomas Hölck bei der Landtagswahl. Man muss sie nicht wählen“, sagte Stegner.

Nach zwei Stunden waren alle Fragen der Besucher beantwortet. Ein Gast wandte sich aber nach dem offiziellen Teil an Hölck: „Das nächste Mal bringst Du den Martin Schulz mit, ne?“

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