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Wedel-Schulauer Tageblatt

09. Dezember 2016 | 20:25 Uhr

„Die Riester Rente ist gescheitert“ : Arbeitnehmerempfang der Kreis-SPD in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Arbeitnehmerempfang der Kreis-SPD in Wedel: Redner fordern Einigkeit. Zulauf für Gewerkschaften aus Angst um Arbeitsplatz?

Wedel | Harmonie bei Pinnebergs Genossen: Sanfte Klänge des Gitarrenduos „Time for Folk“ begrüßten die Gäste des Arbeitnehmerempfangs der Kreis SPD im Foyer des Theaters Wedel. Bereits zum zweiten Mal konnte der Kreisvorsitzender Thomas Hölck zum geselligen Treffen einladen. In seiner Begrüßungsrede rief der Haseldorfer zur Einigkeit unter den Genossen auf und erinnerte daran, dass die Einführung des Mindestlohns greife und allen Unkenrufen der Kritiker zum Trotz kein Zusammenbruch des Wirtschaftsstandorts Deutschland stattgefunden habe.

Das Grußwort übernahm Bundestagsabgeordneter Ernst Dieter Rossmann, das mit der guten Nachricht begann, dass die Gewerkschaften wieder mehr Zulauf vermeldeten. Der Elmshorner erinnerte an das Motto des jüngsten Kieler SPD-Kongresses, das „Mehr Gerechtigkeit“ lautete und für Rossmann auch bedeutete, Arbeit und Lohn gerechter zu verteilen. In einem historischen Rückblick erinnerte er an den aus Wedel stammenden SPD-Reichstagsabgeordneten Hermann Molkenbuhr, der zusammen mit August Bebel von 1911 bis 1922 einer der Vorsitzenden der SPD-Reichstagsfraktion war.

Als Gastredner hatten die Genossen den Betriebsratsvorsitzenden des Uetersener Unternehmens Mac Gregor Hatlapa, Rainer Dreyer, gewonnen, der den Zuhörern von den Erfahrungen aus dem Kampf um den Erhalt seiner Firma in 2015 berichtete. Seiner Ansicht nach sei der von Rossmann angesprochene Zulauf zu den Gewerkschaften weniger der Solidarität unter den Beschäftigten, sondern vielmehr der blanken Angst um den eigenen Arbeitsplatz geschuldet. Der parteilose Dreyer plädierte dafür, dem Outsourcing Einhalt zu gebieten und die Unternehmer weiter an ihre soziale Verantwortung zu erinnern.

Als weiterer Gastredner war der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD, Klaus Barthel, eingeladen. Der Bundestagsabgeordnete brach ebenfalls eine Lanze für die Einführung des Mindestlohns und bezeichnete diesen als herausragende politische Leistung. „Mit dieser Maßnahme haben wir für 70.000 zusätzliche Arbeitsplätze gesorgt“, so der Politprofi mit bayerischem Akzent. „Erfolg braucht viele Jahre, da heißt es nicht locker lassen.“ Sein immer wieder von spontanem Beifall begleiteter Vortrag gipfelte in der These, dass die Riester Rente gescheitert sei und seinem Wunsch, das gesetzliche Rentensystem langfristig zu stabilisieren.

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erstellt am 21.Apr.2016 | 12:30 Uhr

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