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Wedel-Schulauer Tageblatt

06. Dezember 2016 | 13:15 Uhr

„Anfeuern hilft gegen müde Waden“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Cyclassics Mehr als 10 000 Radsportler rollen durch die Rolandstadt / Rasseln nicht geliefert: Kritik am neuen Sponsor

Für den Vierjährigen Marvin war gestern klar, wen er bei der Wettfahrt der „Jedermänner“ über 55 Kilometer bei den Euroeyes Cyclassics anfeuern musste: „Papa“ stand auf seinen beiden Wangen, während er mit seiner Mutter bereits um kurz vor 8 Uhr auf die Ankunft der ersten Radsportler am Wedeler Roland wartete. Direkt daneben erläuterte eine Mutter ihrem Filius: „Heute darfst Du so laut sein, wie Du kannst. Du darfst, was Du sonst nicht darfst: Einfach losschreien.“

„Anfeuern hilft gegen müde Waden und brennende Oberschenkel“, motivierte Moderator und Radsportexperte Ullrich Langbehn die Zuschauer, jeden Fahrer zu unterstützen. Dabei war seine Verärgerung am Morgen groß. Der neue Sponsor der Cyclassics, das Unternehmen Euroeyes, hatte nicht wie gewohnt Rasseln und „Klatschpappen“ geliefert. „Ich habe zum Glück im letzten Jahr einige eingesammelt und gebunkert, weil ich so etwas schon geahnt habe“, sagte Langbehn. Die wenigen Utensilien, die noch den Namen des bisherigen Sponsors Vattenfall trugen, waren zur Ankunft der Amateurfahrer, die sich für die 155-Kilometer-Distanz entschieden hatten, restlos vergriffen und wurden fleißig genutzt.

Mehr als 10  000 Fahrer rollten gestern durch die Rolandstadt: Die Amateurfahrer über 55 und 155 Kilometer und die Profis, die als letzte an den Start gingen. „Die Strecke über 100 Kilometern ist bei den Wedelern nicht so beliebt“, erläuterte Langbehn. 21 Wedeler hatten sich dafür – ebenso wie für die 55-Kilometer-Distanz – angemeldet. 81 der insgesamt 123 Lokalpatrioten bestritten das 155-Kilometer-Rennen. „Die brauchen besondere Anfeuerung“, sagte Langbehn und meinte damit nicht nur die Wedeler: „Die Profis sind in ein paar Sekunden durch und die registrieren das gar nicht, aber den Amateurfahrern gibt es einen Schub.“ Denn von Wedel bis ins Ziel auf der Mönkebergstraße waren noch 24 Kilometer zu absolvieren. „Vom Krankenhaus bis zum Hafen geht es quasi nur bergab, aber dann geht es bis zum Kösterberg auch fast nur bergauf“, so der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Radgemeinschaft (RG) Wedel, die natürlich ein eigenes Team stellte. Das Bikefest ist seit neun Jahren die einzige Großveranstaltung an der Strecke. „Sonst stehen natürlich mal Freunde und Nachbarn am Straßenrand. Das ist hier schon eine andere Nummer“, sagte Langbehn. Und auch die Fahrer wussten es zu schätzen, wie eine Dame im hinteren Teil des Jedermannfeldes kommentierte. „Das tut gut, wenn mal ein paar Leute an der Straße stehen“, sagte sie, nachdem sie am Roland auf die Schulauer Straße abgebogen war.

„Das ist echt verrückt. Wir machen das seit neun Jahren und hatten nie Regen“, freute sich Daniel Frigoni von der Agentur Elbmenschen, die das Bikefest organisiert. Allerdings hielt dies nur bis die Profis kamen.

Mehr als 1000 Besucher hatten bereits am Sonnabend mit der Partyband „Just for fun“ den Auftakt rund um den Roland gefeiert. „Man könnte überlegen, ob man die Straße wieder sperrt. So voll war es“, sagte Frigoni.

„Im kommenden Jahr sind wir wieder hier“, versicherte Langbehn. Nach der Absage von Vattenfall als Sponsor der Cyclassics hat Euroeyes sein Engagement bis 2017 zugesagt – plus Option für weitere zwei Jahre. „Unser zehnjähriges Jubiläum wollen wir natürlich gebührend feiern“, versprach Langbehn.

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