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Wedel-Schulauer Tageblatt

06. Dezember 2016 | 13:07 Uhr

Ausstellung in Wedel : An der Elbe mit der Camera obscura

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Rund 30 Besucher kommen zur Vernissage von Clemens Schröder – Ausstellung „elbscapes“ läuft noch bis zum 16. Juni.

Wedel | „Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser. Aus Wasser ist alles. Und ins Wasser kehrt alles zurück“, lehrte schon der griechische Philosoph, Mathematiker und Astronom Thales von Milet (624 – 547 v. Chr.). Antike Thesen, denen „Pinhole“-Fotograf Clemens Schröder nur beipflichten kann. Zum einen kommt der Foto-Künstler, der eigentlich Ingenieur ist, gebürtig aus Hamburg, der Hansestadt am Wasser. Zum anderen lässt sich der Rissener seit 2009 mit dem Strom entlang der Elbe treiben, fotografiert stetig neue „elbscapes“ (landscape=Landschaft), wie er seinen mittlerweile mehr als 100 Aufnahmen umfassenden Bilderzyklus wortspielhaft nennt.

Mit 32 Exponaten, die Schröder allesamt mit dem nie in Serie gebauten Prototyp seiner in China erworbenen „Camera obscura“ fertigte, kam der bereits seit Kindheitstagen der Fotografie verfallene Protagonist jetzt in das Wedeler Stadtmuseum. Mit mehr als zwei Dutzend Kunstinteressierten beging er dort die Vernissage zu seiner Ausstellung „elbscapes – Bilder vom Leben am Strom“.

„Seit 1995 präsentiert Clemens Schröder regelmäßig seine Arbeiten in Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen. Für die elbscapes hat er sich von fotografischen Konventionen und Werten verabschiedet“, erklärte Museumsleiterin Sabine Weiss in ihren einführenden Worten. Durch das eingesetzte Panoramaformat sei die Möglichkeit eröffnet worden, Bilder auf eine in der Fotografie eher unübliche Weise zu betrachten.

Clemens Schröder fotografiert mit einem Camera-obscura-Prototyp aus China.
Clemens Schröder fotografiert mit einem Camera-obscura-Prototyp aus China. Foto: Hoppe

Seine Motive sind bunte Schiffe, entschleunigte Menschen, Övelgönne, Landungsbrücken oder Strandvergnügen. Beginnend an der Bunthäuserspitze, wo sich „der Fluss“ in Nord- und Süderelbe teilt, vorbei an Elbinseln und dem Wirtschaftsmotor Hafen bis hin zu den Wedeler Uferlandschaften: „Beim ersten Entdecken einer weitläufigen Landschaft lässt man den Blick über den Horizont schweifen, um sich die Landschaft und das schemenhafte Erscheinen bewegter Dinge zu erschließen“, so Weiss. „Die Augen bewegen sich entlang des Horizonts, gepaart mit den Unschärfen der Camera obscura, die praktisch den Ursprung der modernen Fotografie bildet“, beschrieb sie ihre Eindrücke.

„Die Aufnahmen haben eine Belichtungszeit von oftmals mehreren Minuten. Um die von mir gewünschten Motive einzufangen, muss ich, in Abhängigkeit von Tages- und Jahreszeit, manchmal Monate auf den richtigen Moment warten“, erläuterte Schröder seine Arbeit. „Ich fotografiere selbst und würde bei eigenen Aufnahmen bei solch vorhandenen Unschärfen sicherlich erst einmal enttäuscht sein. Bei den Arbeiten Schröders macht es gerade den Unterschied. Neben der beachtlichen Tiefe der Bilder“, zeigte sich Besucher Dieter Napiwotzki aus Wedel ebenso beeindruckt wie Ulla Pohl aus Iserbrook. „Wirklich sehenswert. Besonders spannend finde ich die Suche nach den besonderen Punkten, die die Werke enthalten“, so Pohl.

Wer ebenfalls in die Arbeiten Schröders eintauchen und die Elbe von Hamburgs Südosten bis in hiesige Gefilde bildnerisch bereisen will, hat dazu noch bis zum 19. Juni zu den allgemeinen Öffnungszeiten des Wedeler Stadtmuseums Gelegenheit.

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erstellt am 26.Apr.2016 | 12:30 Uhr

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