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Lokales

08. Dezember 2016 | 17:06 Uhr

Tornados, Gewitter, Starkregen : Unwetter in SH: Deutscher Wetterdienst warnt ab sofort jedes Dorf

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Wetter zeigt sich in diesem Sommer von seiner verrückten Seite. Der DWD will seine Warn-Systeme verbessern.

Berlin | Nach den heftigen Tornados und Sturzfluten von Mai bis Juni will der Deutsche Wetterdienst bei seinen lokalen Wettervorhersagen präziser werden. Wurde Deutschland bei den Prognosen bisher in 400 Warngebiete unterteilt, sind es ab sofort 10.000. Das teilte der DWD am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Berlin mit. Jede einzelne deutsche Gemeinde bekommt nunmehr im Internet oder über die „WarnWetterApp“ lokale Informationen über Wetter-Aussichten und vor allem über anstehende Problemwetterlagen serviert.

Man habe den gesetzlichen Auftrag, die Bevölkerung vor Wetter-Ereignissen zu warnen und sich dabei permanent zu verbessern, sagte DWD-Präsident Gerhard Adrian. Mit der Neuerung sei man „auf dem Stand der technisch-wissenschaftlichen Möglichkeiten“. Die besseren Alarm-Systeme könnten nicht nur die Bevölkerung mittelfristig auf extreme Wetter-Erscheinungen aufmerksam machen, sondern auch das bestehende Vernetzung im Warn-Management sowie die Beratung der Hilfskräfte vor Ort bei Unwettern verbessern. „Die Bürger selbst, also wir alle, haben schließlich auch die Verantwortung, uns nach der Alarmierung durch Medien oder Behörden so gut es geht auf dem Laufenden zu halten“, so Adrian in der Pressemitteilung.

Vorher, nachher: Die Vorhersage-Einheiten werden kleiner.
Vorher, nachher: Die Vorhersage-Einheiten werden kleiner. Foto: DWD Pressedistribution

Am wichtigsten seien die ortsgenauen Hinweise vor allem bei kleinräumigen Wettergefahren, erklärt Hans-Joachim Koppert, der „Leiter Wettervorhersage“ beim Deutschen Wetterdienst. Viele Bewohner hätten sich in der Vergangenheit bei bestimmten Wetterlagen falsch alarmiert gefühlt. So habe man zuvor ganze Landkreise vor Gewittern gewarnt, obgleich klar gewesen sei, dass nur Teile des Landkreises betroffen sein würden.

2003 hatte man begünstigt durch verbesserte Informationsdaten und ein neues Großrechenzentrum die Einführung von Wetterwarnungen für die 400 Landkreise eingeführt, zuvor war dies nur für Großräume möglich. Bedingt durch die technologische Entwicklung und teilweise auch durch die Zusammenlegung von Kreisen habe es nun den Wunsch gegeben, die Wetter-Prognosen und Unwetterwarnungen detaillierter – und vor allem lokaler – auszugeben, heißt es vom DWD. Nun ist die Gemeinde die kleinste Größe, wenn sich am Horizont ein Wolkenbruch zusammenbraut.

Gleichzeitig will man laut Koppert die Zusammenarbeit mit den Massenmedien und den den Partnern intensivieren. Denn eine bessere und schnellere Vorhersage sei nur dann sinnvoll, wenn man die Ergebnisse auch über Wetterwarnungs-Apps wie „Nina“ vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz oder „KATWARN“ vom Fraunhofer-Institut zeitgenau verbreite. Eine hundertprozentig genaue Vorhersage werde es allerdings niemals geben, sagt Koppert.

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erstellt am 14.Jul.2016 | 11:07 Uhr

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