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Uetersener Nachrichten

11. Dezember 2016 | 07:16 Uhr

Sachbeschädigung in Tornesch : Zahlreiche Bäume angebohrt und vergiftet

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Unbekannte haben in Tornesch mehr als zehn Pappeln und Buchen angebohrt und vergiftet.

Tornesch | Sie tragen keine Blätter mehr, sehen krank aus, manche drohen umzufallen: An gesunde Bäume im Sommer erinnert bei den elf Exemplaren am Tornescher Koppeldamm nichts mehr. Im Gegenteil: Die bis zu 50 Jahre alten Pappeln und Rotbuchen sind abgestorben, ein Fall für die Kettensäge. Doch sie sind keiner natürlichen Auslese zum Opfer gefallen, sondern einer besonders schlimmen Umweltzerstörung. Unbekannte haben die Bäume angebohrt und vergiftet. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung.

Sechs der betroffenen Bäume stehen auf dem Grundstück des Ehepaars Dreizler. Der Garten ist idyllisch, Beete, Hecken und Büsche wachsen und gedeihen. Doch am hinteren Ende findet die blühende Natur ein jähes Ende. Denn dort fallen dem Betrachter sofort Bäume auf, die keine Blätter mehr tragen und nur noch aus ihrem Stamm bestehen. Einem Nachbarn war der schlechte Zustand der Bäume aufgefallen, Antonia Dreizler hatte daraufhin einen Gärtner bestellt. „Der hat gleich gesagt, ‚da ist was gemacht worden‘, berichtet die 77-Jährige.

Dreizler informierte die Stadt Tornesch, Gärtnermeister und Baumkontrolleur Marcel Möller machte sich daraufhin am vergangenen Freitag ein Bild vom Zustand der Bäume. „Ich bin stutzig geworden, dass nur einige betroffen sind“, berichtet er. Während eines zweiten Ortstermins am Montag seien ihm schließlich die in die Stämme gebohrten Löcher aufgefallen. In diese sei vermutlich eine giftige Substanz eingeführt worden, die zum Tod der Bäume geführt habe, so Möller, der nach seiner Entdeckung die Polizei informierte. Rüdiger Foßeck vom Fachdienst Umwelt und Verkehr der Polizei in Pinneberg bestätigte auf Anfrage, dass eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung vorliege und man gegen unbekannt ermittle.

Zu retten sind Rotbuchen und Pappeln nicht mehr. „Sie sind komplett abgestorben“, erläutert Möller. Die Bäume seien nicht mehr verkehrssicher, müssten dementsprechend gefällt werden.

Antonia Dreizler ist geschockt. Nicht nur, dass ihr Garten mehrere über die vergangenen Jahrzehnte gewachsene Bäume verliert. Sie wird vermutlich auch auf den Kosten für das Fällen sitzen bleiben. Ihr liege bereits ein Angebot in Höhe von rund 7700 Euro vor, so Dreizler. Doch die 77-Jährige und ihr Ehemann sind nicht die einzigen Opfer der unbekannten Baumtöter. Auch auf dem Grundstück der Nachbarn wurden drei Rotbuchen auf die selbe Art und Weise beschädigt und müssen nun gefällt werden. Für die restlichen Exemplare ist die Stadt zuständig.

Der Termin für die Fällarbeiten steht

Doch was steckt hinter der Tat? Rainer Lutz, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftskoordination und Umwelt bei der Stadt Tornesch, vermutet, dass es mit dem Laub zu tun haben könnte. Manch einer würde sich daran stören. Dass die Bäume jemandem die Sonne nehmen könnten, glaubt Lutz hingegen nicht: „Sie stehen im Norden.“

Bei einem sind sich Lutz, Möller und Foßeck einig: Eine absichtliche Tötung von Bäumen in dieser Größenordnung haben sie in Tornesch und Umgebung noch nicht erlebt. Ein Fall aus Kellinghusen (Kreis Steinburg) hatte im Februar für Schlagzeilen gesorgt: Dort hatten Unbekannte Rotbuchen und Bergahorne ebenfalls gezielt vergiftet und so einen Schaden in Höhe von 31000 Euro verursacht. Die Bäume mussten gefällt werden − so wie jetzt in Tornesch. Der Termin für die Arbeiten steht bereits: Am 9. und 10. August sollen die Kettensägen ihr Werk verrichten.

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erstellt am 14.Jul.2016 | 12:30 Uhr

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