zur Navigation springen

Uetersener Nachrichten

26. März 2017 | 07:31 Uhr

Wenn Zwänge den Alltag bestimmen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Psychiatrie im FilmFilmforum lädt ins Kino ein

Das „Filmforum“, eine Kooperation der „Brücke Schleswig-Holstein“ und der „Brücke Elmshorn“, widmet sich am Sonntag, 2. April, mit dem Dokumentationsfilm „Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben“ dem Thema „Zwangserkrankung“. Die beiden Organisatorinnen dieses um 11 Uhr beginnenden Filmvormittags im Burg-Kinocenter an der Uetersener Marktstraße 24 , Irene Eickelberg und Imme Schippmann, legen Wert darauf, dass es sich bei diesen Zwängen nicht bloß um einen „Tick“ handelt, sondern um eine Krankheit, unter der die Betroffenen selbst leiden. Alleine dadurch dass sie von der Öffentlichkeit weitgehend gemieden werden oder diese selbst meiden, informierten die beiden Frauen gegenüber dieser Zeitung. Waschzwänge, Ordnungszwänge, Berührungszwänge oder auch Arithmomanie (Zahlenwahn) sind einige Beispiele der großen Palette der Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen. Jeder Zwang ist mit einem starken Leidensdruck verbunden. Und jeder Zwang ist therapiewürdig.

Der gezeigte Film wurde 2014 von den beiden Regisseuren Oliver Sechting und Max Taubert produziert. Sechting ist selbst von einer Zwangsstörung betroffen. Es ist die Zahl 58, die ihn handlungsunfähig macht. Innerhalb einer Stunde bekommt er Phantomschmerzen im Bein. Die Ursache seiner Erkrankung wird auf eine Jugenderinnerung zurückgeführt. Damals sah er sich einmal einen Fernsehbericht über Skiunfälle an, in dem die 58 auftauchte. Sechting verbindet diese Zahl seither mit gebrochenen Armen und Beinen.

Zur Idee des Films: Sechting (37) und der Berliner Filmemacher Max Taubert (23) wollten ursprünglich einen Film über Künstler in New York drehen. Doch während des Drehs geraten sich die beiden Regisseure geraten aufgrund der Erkrankung Sechtings in die Haare und beschließen, diesen Konflikt zum Thema des Films zu machen, auch, um Auswege aufzuzeigen.

Von Seiten der „Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen“ (DGZ) wird der Film gelobt: Es sei gelungen, das Innenleben eines Zwangserkrankten darzustellen. Vertreter der DGZ werden am 2. April im Kino anwesend sein, ebenso wie eine Elmshorner Selbsthilfegruppe. Der Matinee-Vormittag beginnt bereits um 10.15 Uhr mit einem kleinen Frühstück. Angeboten werden Croissants und Kaffee. Karten können schon jetzt an der Kinokasse erworben werden. Die Tickets kosten 6,50 Euro.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Mär.2017 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen