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Uetersener Nachrichten

07. Dezember 2016 | 17:20 Uhr

Volkstrauertag bitte nicht vergessen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

EinbindungRosenstadtschüler waren dabei

Am Volktrauertag trugen fünf Schüler der Rosenstadtschule auf der Gedenkfeier in der Alten Kapelle Wolfgang Borcherts Anti-Kriegs-Manifest „Dann gibt es nur eins!“ vor. Sie finden, der Anlass sollte nicht in Vergessenheit geraten. „Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und Kochtöpfe mehr machen – sondern Stahlhelme und Maschinengewehre, dann gibt es nur eins: Sag NEIN!“, so lautet der Beginn des Prosatextes, den Borchert kurz vor seinem Tod verfasste und in dem er seine Mitmenschen auffordert, die Teilnahme an künftigen Kriegen zu verweigern. Reihum trugen fünf Zehntklässler der Rosenstadtschule die Aufforderungen vor: die an das Mädchen im Büro, die an den Arzt am Krankenbett oder die an den Piloten auf dem Flugfeld.

Am Volkstrauertag gedenken die Deutschen der Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen. „Ich finde es schade, dass wir die einzigen jungen Leute in der Kapelle waren“, so der 17-jährige Marvin Hanßen, „man muss solchen Sachen Aufmerksamkeit schenken, der Volkstrauertag sollte nicht in Vergessenheit geraten!“ Auch seine Klassenkameradin Finja Dieck findet es „gut, wenn man diesen Tag ehrt und der vielen Leute, die gefallen sind, gedenkt“.

In der Klasse von Marvin und Finja, der 10c, hatte Deutschlehrerin Margarete Anderson das Manifest mit den Schülern durchgesprochen, sie sollten ihn in eigenen Worten nacherzählen. „In meiner Klasse, der 10a, war der Text schon bekannt, denn wir haben ihn letztes Jahr schon durchgenommen“, so Lehrerin und Rektorin Gisela Leffers. Ihr Schüler Artur Finkbeiner erzählt: „Frau Leffers hat uns direkt gefragt, ob wir mitmachen.“

Sein Klassenkamerad Willi Klein erinnert sich an die Feierstunde in der Alten Kapelle: „Die Stimmung war düster und traurig, alle waren in Gedanken.“ Gülizar Cimendag (15) ergänzt: „Deshalb haben die Leute auch nicht geklatscht.“ Hinterher ernteten die Rosenstadtschüler allerdings viel Lob für ihr Engagement. „Die älteren Leute haben sich sehr gefreut, dass wir da mitgemacht haben, das fand ich sehr schön“, sagt Gülizar.


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erstellt am 19.Nov.2016 | 16:05 Uhr

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